Strache gegen EU-Verzögerungstaktik in der Kosovo-Frage

FPÖ für weitgehendes Autonomiemodell

Wien (OTS) - FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache spricht sich gegen die Entsendung einer "Stabilisierungsmission" in den Kosovo aus und verlangt sowohl eine klare Positionierung Brüssels als auch Österreichs in der Balkanfrage.

"Mit euphemistischen Lippenbekenntnissen zum Friedensprojekt Europa, wie sie von Frau Bundesministerin Ursula Plassnik gebetsmühlenartig wiederholt werden, ist niemandem geholfen", so Strache. Den EU-Vorschlag, bis zu den geplanten serbischen Präsidentenwahlen durch Entsendung einer Stabilisierungsmission einen Mechanismus in Gang zu setzen, um mit den Albanern zu einer "koordinierten Erklärung" zu kommen, lehnt der FPÖ-Chef ab. Sowohl Serben als auch Albaner hätten ein Recht auf eine klare Positionierung Europas in der Balkan-Frage. Die Strategie der EU-Bürokraten, ein ernsthaftes Problem durch Zeitablauf zu lösen, komme einer unverantwortlichen Verzögerungstaktik gleich und unterstelle den Kontrahenten politische Naivität.

Strache spricht sich zwecks Lösung der Kosovo-Frage für ein weitgehendes Autonomiemodell aus. Damit würde sowohl den Unabhängigkeitsbestrebungen der Kosovo-Albaner als auch den historisch nachvollziehbaren Befindlichkeiten der Serben Rechnung getragen. Nicht zu Unrecht habe der Moskauer Patriarch, Alexi II., auf die Zerstörung von 150 Kirchen und Klöstern durch albanische Extremisten verwiesen, welche tiefe Wunden in die Herzen vieler Serben geschlagen habe - werde der Kosovo doch von vielen als "geistige Wiege des serbischen Volkes" angesehen.

Zudem würde durch eine einseitige Unabhängigkeitserklärung ein Präzedenzfall geschaffen, der den Türken in Nordzypern die Rechtfertigung liefere, die internationale Anerkennung ihrer einseitig ausgerufenen Republik mit noch mehr Nachdruck zu betreiben, befürchtet der FPÖ-Chef. Und schließlich käme es zu einer Belastung der ohnehin gestörten Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland, das sich als historische Schutzmacht serbischer Interessen verstehe. "Dies kann nicht im Interesse eines um Frieden bemühten Europas gelegen sein", so Strache abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0010