Kinderfreunde zu Gewalt an Kindern: Mehr Fachpersonal und verstärkte Elternbildung sind gefragt

Wien (SK) - Die jüngsten Pressemeldungen zum Thema Gewalt in der Familie zeichnen angesichts der notwendigen Umsetzung der Kinderrechte ein düsteres Bild. Die zunehmende Hilflosigkeit und Unfähigkeit einiger Eltern, mit ihrem eigenen Aggressionspotential sowie ungelösten persönlichen und familiären Problemen zu recht zu kommen, muss nachdenklich stimmen. "Es ist vor allem der chronische Geld-, Personal- und Zeitmangel, der innerhalb der Jugendwohlfahrten sowie medizinischer und beratender Institutionen herrscht, der die Probleme verschärft. Dass generell zu wenige Ressourcen für SozialarbeiterInnen und BeraterInnen zur Verfügung stehen, ist ein Symptom dafür, dass Prävention gegen Gewalt in Familien noch immer zu wenig ernst genommen wird", so Josef Ackerl, Vorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde, am Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Was Eltern in psychischen und familiären Notsituationen brauchen, sei ein niederschwelliges Angebot, das sie dabei unterstützt, ihre Probleme anders als mit Gewalt zu lösen. Es bedürfe aber auch der Sensibilität aller, die Übergriffe auf Kinder vermuten oder konkret beobachten. "Wir brauchen ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür, dass Kinder ein Recht auf adäquate Erziehung und auf respektvollen Umgang haben - gerade in schwierigen Lebenssituationen", so Ackerl.

Eine möglichst flächendeckende Elternbildung sei Teil der notwendigen präventiven Maßnahmen. Drohe die Gewalt in der Familie jedoch zu eskalieren, sei rasche sozialarbeiterische Unterstützung gefragt. Vor allem brauche es eine enge Zusammenarbeit zwischen beratenden, sozialarbeiterischen und medizinischen Institutionen.

"Kinderrechte, die zwar am Papier verankert sind, aber in der Realität nicht gelebt werden, sind nutzlos. Die notwendige Wertschätzung Kindern gegenüber zeigt sich darin, wie rasch und professionell wir Familien in schwierigen Situationen Unterstützung anbieten können. Das ist vor allem eine Frage der Ressourcen und des politischen Willens", schließt der Vorsitzende der Österreichischen Kinderfreunde, Soziallandesrat Josef Ackerl. (Schluss) sl/mm

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