Greenpeace: Tanktourismus verhindert Klimaschutz

Umweltorganisation gratuliert Kyoto-Protokoll zum zehnten Geburtstag

Nusa Dua/Wien (OTS) - Heute gratulierte Greenpeace dem Kyoto-Protokoll mit einem 1,5 Meter hohen Geburtstagskuchen zum zehnten Geburtstag. Dieser Kuchen war gespickt mit Wäldern, Orang-Utans, Solarpanelen und Windmühlen. "Das Kyoto-Protokoll funktioniert und ist das wichtigste Element in der globalen Klimapolitik. Daher ist sein zehnter Geburtstag durchaus ein Anlass zum Feiern", schließt sich Bernhard Obermayr von Greenpeace Österreich den Gratulationen im Rahmen der Weltklimakonferenz in Bali an.

Anfang nächsten Jahres wird das Kyoto-Protokoll mit seiner ersten Verpflichtungsphase beginnen, womit vor allem die Industrieländer gefordert sind, echte Emissionsreduktionen vorzunehmen. "Für Österreich heißt das ganz klar, endlich zu handeln oder sehr viel zu zahlen. Betrachtet man unsere bisherige Klimapolitik, kann sich der Steuerzahler schon einmal auf Milliarden-Kosten einstellen", beschreibt Obermayr die Situation.

Auch der aktuelle Vorschlag von Verkehrsminister Faymann, die Einnahmen aus dem Tanktourismus in ausländische Klimaschutz-Projekte zu stecken, zeigt einmal mehr die Unglaubwürdigkeit der heimischen Klimapolitik. "Die Bundesregierung hat aus Österreich eine Steueroase für Diesel gemacht und wundert sich nun über die Folgen: Man beschert der Bevölkerung eine Transitlawine, macht das Kyoto-Ziel unerreichbar und will die Steuereinnahmen nach China schleusen, statt zuhause in Klimaschutz zu investieren. So zahlen wir in Österreich gleich dreimal drauf", kritisiert Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof.

Die wichtigste Ursache für den Tanktourismus ist, dass der Diesel in Österreich im Vergleich zu den Nachbarstaaten Deutschland und Italien deutlich billiger ist. Derzeit verursacht der Tanktourismus in Österreich bereits zusätzliche CO2-Emissionen von rund acht Millionen Tonnen jährlich, bei über
93 Millionen Tonnen Gesamt-Emissionen. Neben höheren CO2-Emissionen sorgt der billige Diesel auch dafür, dass immer mehr Lkw durch Österreich rollen, um hier auf ihrer Fahrt quer durch Europa billig zu tanken. Seit Jahren versucht Umweltminister Pröll erfolglos, diese Tonnen CO2 aus unserer Klimabilanz zu entfernen und etwa Deutschland oder Italien anzurechnen.

Daher fordert Greenpeace, dass die Dieselsteuern auf das Niveau der Nachbarstaaten angehoben werden, um den Tanktourismus damit zu unterbinden. "Österreich gehört seit Jahren schon zu den EU-Schlusslichtern in Sachen Klimaschutz, auch aufgrund der katastrophalen Entwicklung im Verkehrsbereich", weiß Westerhof. "Wenn Minister Faymann tatsächlich etwas für den Klimaschutz tun will, soll er rasch in öffentliche Verkehrsmittel investieren, die eine brauchbare Alternative für Pendler schaffen", so Westerhofs abschließende Forderung.

Rückfragen & Kontakt:

Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126701

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