Lehrergewerkschafter an BM Schmied: Schule braucht sinnvolle Verbesserungen - jetzt!

Wien (OTS) - Die Vorsitzenden der österreichischen Lehrergewerkschaften rufen die Unterrichtsministerin auf, endlich konkrete Schritte zur Verbesserung der Situation an Österreichs Schulen zu setzen. Hätte BM Schmied in den letzten Monaten weniger auf so genannte Experten gehört und stattdessen Lösungsansätze gemeinsam mit den Lehrervertreter/innen gesucht, stünden den Schülerinnen und Schülern schon heute bessere Bedingungen zur Verfügung.

Einige Maßnahmen, die sofort umgesetzt werden müssen:

1. Gewalt in der Schule: der steigenden Zahl an Fällen kann nicht nur durch die Schule allein begegnet werden. Die Lehrerinnen und Lehrer brauchen daher nicht nur Unterstützung in Form von Ressourcen, es müssen auch andere Bereiche des öffentlichen Lebens effizient in Lösungsansätze eingebunden werden. 2. Erziehen heißt Eingreifen: In den Schulgesetzen werden die Lehrer als Miterzieher der Schülerinnen und Schüler verpflichtet. An eine sinnvolle Gestaltung dieses gesetzlichen Auftrages kann allerdings nicht gedacht werden, solange die Einhaltung notwendiger Verhaltensweisen nur mit lobenden oder tadelnden Gesprächen angeregt werden kann. Wenn Erziehungsforscher die Notwendigkeit von Grenzen in der Erziehung heute länderübergreifend bestätigen, dann muss die Umsetzung dieses pädagogischen Ansatzes durch gesetzliche Bestimmungen abgesichert werden. 3. Wer bessere Ergebnisse bei internationalen Erhebungen zur Lesefähigkeit verlangt, sollte nicht die Lehrer zur Fortbildung schicken, sondern dem Problem endlich dort begegnen, wo es seine Wurzeln hat. Lehrerinnen und Lehrer haben genug Sachkenntnis, um Leseschwächen ihrer Schülerinnen und Schüler rasch zu erkennen. Solange aber die Vorbildwirkung der Eltern im Leseprozess nicht öffentlich eingefordert wird und bei Schulungsveranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer nicht zusätzliche Stundenkontingente für wesentlich mehr Übungs- und Förderangebote verteilt werden, wird der Anteil der faktischen Analphabeten in Österreich nicht absinken. 4. Schulqualität heißt auch Sicherheit bei der Einhaltung der Schülerzahl 25 in allen Schularten. Ohne WENN und ABER. Dies ist nicht durch Absichtserklärungen sondern nur durch gesetzliche Bestimmungen zu erreichen. 5. An den pädagogischen Hochschulen unterrichten seit 1. Oktober dieses Jahres alle dort Beschäftigten ohne gültiges Dienstrecht. Statt klarer Vorgaben ist eine ganze Berufsgruppe gezwungen, ihre Arbeitsleistung aufgrund vager Einschätzungen ihrer Vorgesetzten zu erbringen. Eine Rechtsunsicherheit, die man schon vor hundert Jahren in der Arbeitswelt überwunden glaubte. 6. Seit Jahren warten Lehrerinnen und Lehrer aller Sparten auf die Umsetzung berechtigter dienst- und besoldungsrechtlicher Anliegen.

Wenn die Frau Bundesminister nach Ansätzen sucht, die Freude am Lehrersein sowie die Qualität der österreichischen Schule abzusichern und auch noch zu steigern, dann weisen ihr diese sechs Sofortmaßnahmen den richtigen Weg!

Walter Riegler, Vorsitzender der Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer

Eva Scholik, Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft

Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS- Gewerkschaft der Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen-Bundesleitung 14

Fritz Rinnhofer, Vorsitzender der Gewerkschaft der Landwirtschaftslehrer/innen

Albert Arzt, Vorsitzender der Gewerkschaft Berufsschule

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