20 Jahre mit "S 45" wieder Personenverkehr auf der Vorortelinie

Gemeinsames Jubiläum von ÖBB und VOR - Festveranstaltung anlässlich des Fahrplanwechsels

Wien (OTS) - Zwar wurde der Personenverkehr auf der "Wiener Vorortelinie", der Verbindung zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt, in Gestalt der Schnellbahnlinie "S 45" nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf am 31. Mai 1987 wieder aufgenommen, aber man hat den Fahrplanwechsel der ÖBB, der heuer mit dem 9. Dezember angefallen ist, für die gemeinsame Jubiläumsveranstaltung am 8. Dezember im Bahnhof Ottakring gewählt. Die sogenannte "Vorortelinie" war ursprünglich aus militärstrategischen Gründen angelegt worden, zwischen 1898 und 1931 wurde sie - damals noch mit Dampfloks - für den Personenverkehr genützt und stellte eine praktische Verbindung zwischen dem Wiental und dem Donaubereich dar.

Allerdings verfiel die Verbindung später, es wurde sogar ein Gleisstrang demontiert, und die Nachkriegszeit in der Periode der Besetzung Österreichs brachte sogar manch kuriose Blüte: Ein "Mozart" benannter Schnellzug ausschließlich für amerikanische Militärangehörige, fuhr vom Franz Josefs-Bahnhof über die Vorortelinie zur Westbahn, und da über Linz und Salzburg bis München (und retour). Es dauerte schließlich bis 1987, bis wieder der allgemeine Personenverkehr aufgenommen werden konnte; dem waren aufwendige Renovierungsarbeiten an den von Otto Wagner gestalteten Stationsgebäuden vorangegangen, den Erfordernissen der Zeit folgend, mussten Aufzüge und Rolltreppen eingebaut werden. Der neue Fahrplan bringt jetzt eine Intervallverdichtung von 15 auf 10 Minuten, für die zuletzt 4,7 Millionen Fahrgäste - Tendenz steigend - stehen nunmehr 8 Einheiten der Talent-Triebwagen der ÖBB im Einsatz.

Anlässlich der Feierlichkeit am 8. Dezember wies seitens des Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) Geschäftsführer Direktor Manfred Novy auf " die maßgebliche Rolle" des VOR bei der Wiederaufnahme des Personenverkehrs hin, wichtig sei auch die Integration mit den Verbundtarifen gewesen, auch die Vernetzungen und Anbindungen zahlreicher Buslinien haben zur Attraktivität der "S 45" einen wichtigen Beitrag geleistet. Für die ÖBB führte Dr. Werner Kovarik, Personenverkehrs -Verantwortlicher für die Ostregion, aus, dass mit der Vorortelinie bzw. deren Steigungen und Gefällen "im Wiener Stadtgebiet eine Gebirgsbahn in Betrieb" sei, die strategische Bedeutung von einst sei der Hebung der Lebensqualität durch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel, und damit den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger, gewichen.

In die gleiche Richtung gingen die Ausführungen von Bezirksvorsteher Franz Prokop (16.,), der zusammen mit Bezirksvorsteher Karl Homole (18.,) eine Riege von Mandataren der von der "S 45" durchquerten Bezirke anführte und im Namen der Kollegen das Wort ergriff. Er erinnerte an den Fortschritt im Wiener Verkehrswesen und die heute gebotenen Standards.
Einen anschaulichen Vergleich dazu boten die anlässlich der Festveranstaltung eingesetzten Nostalgiegarnituren, und zwar sogenannte "Pendler". Diese verkehrten bis Anfang der 60er-Jahre, ursprünglich noch mit Dampfloks, dann E-Loks, auf der Westbahn zwischen Hütteldorf und Purkersdorf, sowie auf der Franz Josefs-Bahn zwischen Heiligenstadt und Kritzendorf ("Bäderzug"). Da sie nicht wenden konnten, fuhr eine Lok mit beidseits jeweils zwei angekuppelten Personenzugwagons. (Schluss) red

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