Frauenberger: Frauenpreis 2007 an Renee Schröder und Tamar Citak

Preis für Kategorien "Untypische Frauenberufe" und "Gewaltschutz"

Wien (OTS) - Montag Abend wurde zum 6. Mal der Wiener Frauenpreis vergeben, mit dem die Stadt Wien beispielgebende Frauen und deren herausragende Leistungen würdigt. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger verlieh den diesjährigen Preis an Univ. Prof. in Dr.in Renee Schröder in der Kategorie "Untypische Frauenberufe" sowie an Tamar Citak, die den für den Verein Orientexpress in der Kategorie "Gewaltschutz" erhalten hat. "Der Frauenpreis soll nicht zuletzt auch weniger bekannte Frauen vor den Vorhang holen und zeigen, was Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen und auf unterschiedlichsten Ebenen erreichen und bewirken können. Mir ist es ein besonderes Anliegen, dass Frauen in dieser Stadt selbstbestimmt, unabhängig und sicher leben können. Die beiden Preisträgerinnen verkörpern in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern genau diesen Anspruch", so Frauenberger im Rahmen der Preisverleihung.

Wie jedes Jahr wurden auch heuer die Preisträgerinnen von einer dreiköpfigen Jury bestehend aus den Journalistinnen Mag.a Brigitte Handlos (ORF), Mag.a Eva Linsinger (profil) und Dr.in Tessa Prager (News), vorgeschlagen. Der Frauenpreis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird durch eine von der jungen Wiener Künstlerin Verena Kranebitter gestaltete Figur symbolisiert.

Die Begründungen der Jury für den Preis 2007

Renée Schröder gehört zu den renommiertesten Wissenschafterinnen des Landes. Sie ist mehrfach ausgezeichnete Mikrobiologin, Professorin am Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Wien, Wittgenstein-Preisträgerin und Kämpferin für Gleichberechtigung im Wissenschaftsbereich. Frau Prof.in Schröder hat sich mit großem Engagement in die Diskussion um Ethik und Wissenschaft besonders im Bereich der Stammzellenforschung zu Wort gemeldet. Sie äußert sich immer wieder kritisch zu allen Haltungen, die einengen und damit letztlich auch diskriminieren. Sie ermutigt dadurch junge Forscherinnen, sich vorzuwagen und in die erste Reihe zu treten. Durch ihre offene und klare Haltung - auch was die Förderung von Frauen und das Durchstoßen der gläsernen Decke im Wissenschaftsbereich betrifft - hat Prof.in Schröder die Jury davon überzeugt, ihr den Wiener Frauenpreis 2007 zuzuerkennen.

Frau Tamar Citak steht für den Verein "Orient Express", der sich für die Rechte von Migrantinnen einsetzt. Vor allem im Bereich Zwangsheirat hat Frau Citak gemeinsam mit ihrem Team fundierte Arbeit mit betroffenen Mädchen und Frauen geleistet. Mit dieser Arbeit legt sie auch den Finger auf einen nahezu "blinden Fleck" in unserer Gesellschaft. Zwangsehen werden in Österreich kaum je angezeigt oder gar verurteilt. Eine Gesetzesnovellierung macht die Anzeige zwar einfacher, dennoch wird gerne weggeschaut. Hier haben Frau Citak und der Verein "Orient Express" es geschafft, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und aufzuklären. Sie haben vielen jungen Frauen Mut gemacht, zu erkennen, dass sie in unserer Gesellschaft gleichberechtigt sind und ein Anrecht auf die gleiche humane Behandlung vor dem Gesetz haben. Für diese Leistung haben die Jury Frau Citak und dem Verein "Orient Express" den Wiener Frauenpreis 2007 zuerkannt.

Die bisherigen Preisträgerinnen

Die bisherigen Frauenpreisträgerinnen: 2002 ging der Preis an die Publizistin Elfriede Hammerl und die Anwältin Dr.in Andrea Wukovits. 2003 wurden die Gleichbehandlungsanwältin Dr.in Ingrid Nikolay-Leitner und Dr.in Johanna Rachinger, Direktorin der Nationalbibliothek, für ihre Leistungen ausgezeichnet. 2004 erhielten Dr.in Helene Klaar, Rechtsanwältin, und Emmy Werner, zum Zeitpunkt der Verleihung noch Direktorin des Wiener Volkstheaters, den Preis. Im Jahr 2005 wurden die Politikwissenschafterin Univ.Prof.in Sieglinde Rosenberger in der Kategorie Wissenschaft und die Direktorin des Gymnasiums Rahlgasse, Mag.a Heidi Schrodt, in der Kategorie Mädchenförderung ausgezeichnet. Der Frauenpreis 2006 an Siemens-Generaldirektorin Brigitte Ederer für besondere Leistungen im Bereich Wirtschaft und Management und an die Sprachwissenschafterin Ruth Wodak für besondere Leistungen im Bereich Forschung und Wissenschaft.

"Im Hinblick auf die Gleichstellung von Frauen wurde schon viel erreicht und Wien kann sch mit Recht als eine der frauenfreundlichsten Städte bezeichnen", verwies Frauenstadträtin Frauenberger etwa auf die deutlich geringere Einkommensschere und die deutlich höhere Erwerbsquote von Frauen in der Bundeshauptstadt. "Für tatsächliche Chancengleichheit und Gleichstellung braucht es das Engagement und das Miteinander aller Verantwortlichen. Maßgeschneiderte betriebliche Frauenförderung ist dabei aber mit Sicherheit ein Schlüsselfaktor", betonte die Stadträtin und kündigte diesbezüglich einen intensiven Austausch mit der Seite der Unternehmen an. (Schluss) koi

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