Medizinerkongress in Wien zeigte modernste Präventions- und Therapiestrategien in der Medizin auf

Wien (OTS) - =

Als Impulsgeber und Schrittmacher für eine moderne Präventionsmedizin kann der vom Wiener Gynäkologen Prof. Dr. Johannes C. Huber, gemeinsam mit den Professoren Dr. Metka und Dr. Clementi im Wiener Hotel Hilton ausgerichtete Kongress (6. bis 8. Dezember 2007) zum Thema "Menopause - Andropause" gesehen werden, der Samstag nach drei Kongresstagen für die zahlreichen Teilnehmer erfolgreich zu Ende ging.

Experten aus der ganzen Welt, die der Einladung Hubers gefolgt waren, berichteten auf diesem Kongress über Topthemen zur Prävention von ernährungsbedingten Erkrankungen und darüber wie Alterungsprozesse verzögert werden können. Es galt vor allem Antworten auf die Fragen zu finden, durch welche Maßnahmen, mit welchen Nahrungsergänzungen und mit welchen Medikamenten man Herz -Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Osteoporose, Alzheimer und Krebs vorbeugen kann.

Als gemeinsamer Risikofaktor für alle diese Erkrankungen die in der heutigen Zeit immer häufiger werden, wurden der unterschwellige und ein chronisch überoxidativer Stress durch Sauerstoffradikale und aktivierte Stickstoffstufen identifiziert.

Dabei wurde die entzündungsfördernde Wirkung zu großer Mengen an vizeralem Fett (Bauchfett,) das nicht nur bloß Polsterfett für die Organe ist, sondern zum Unterschied von subkutanem Fett (Unterhautfettgewebe) das man an Hüften und Gesäß findet, auch stark hormonaktiv ist, aufgezeigt.

Dr. Gustav Huber von der 1. medizinischen Abteilung des SMZ Ost in Wien berichtete über die entzündungshemmende Wirkung von Omega- 3 Fettsäuren, wie man sie in hochwertigen Fischölkapseln findet. Weiß man doch schon lange, dass es bei den Eskimos praktisch keine Herz-Kreislauferkrankungen gibt, wie wir sie in der nördlichen Hemisphäre kennen, wo vermehrt Omega-6 Fettsäuren, gesättigte und Transfettsäuren mit der Nahrung verzehrt werden. Herz-Kreislauferkrankungen gehören derzeit weltweit zu den häufigsten Todesursachen, bedingt durch die Atherosklerose die durch Entzündungsprozesse des Gefäßsystems bedingt ist, wie man heute zu wissen glaubt. Die aus Fischölen gebildeten Eicosanoide beeinflussen die an der Atherogenese beteiligten Faktoren derart, dass es zu einer Stabilisierung von Zellmembranen und Plaques kommt. Die geplatzten und übermächtig aufgetriebenen Plaques in den Herzkrangefäßen sind oft ursächlich für einen plötzlichen Herztod, der auch schon bei jüngeren Menschen mit Risikofaktoren eintreten kann.

Omega -3 Fettsäuren haben weiter einen blutverdünnenden Effekt. In der Gissi- Studie, über die Huber berichtete, wurde gezeigt, dass durch die Einnahme von Fischölkapseln die eine relative Reduktion des Risikos für einen kardiovaskulären Tod um 30% und für den plötzliche Herztod um 45% erreicht werden konnte. In Österreich gibt es mit dem Präparat OmacorRi im Handel Fischölkapseln von hoher Qualität.

Prof. Dr. W. Jäger von der Abteilung für klinische Pharmazie und Diagnostika der Wiener Universität berichtete über seine Forschungen zum Resveratrol, das in verschiedenen Pflanzen, Beeren und Früchten, vor allem aber in den Schalen von Weintrauben und Rotwein gefunden wird. Untersuchungen haben ergeben, dass man nach dem Verzehr von Resveratrol sehr wirksame Metaboliten des Resveratrol (3,4},5-trihydroyx-trans-stilbene) im Körper nachweisen kann, die schon in kleinster Menge tumorhemmende Wirkung haben, eine zum Beispiel der Metabolit M 8, über den auch am Wiener Krebsforschungsinstitut von Prof. Dr. C. Gerner und seinen Mitarbeitern derzeit geforscht wird. Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in den USA und Europa und daher scheint eine Vorbeugung mit bestimmten Substanzen im Sinne einer Chemoprävention von enormer Wichtigkeit in einer modernen Medizin zu sein. Resveratrol zeigte bei verschieden Tumorzellelinien und bei transplantierten Tumoren wachstumshemmende Eigenschaften durch eine Anregung des programmierten Zelltodes der Tumorzellen durch eine Herunteregulierung des Entzündungsinitiators NF-kappa B und durch eine Reduzierung von Bcl-2 , dem Unsterblichkeitsgen.

H.W. Lechner aus Deutschland berichtete über bewährte Indikationen der orthomolekularen Medizin, die in der Prävention aber auch in der Therapie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Lechner zeigte zahlreiche Fallbeispiele eines erfolgreichen Einsatzes orthomolekularer Substanzen. Vor allem Selen wurde immer wieder als nachweislich krebspräventiv wirksam sowohl zur Primärprävention als auch zur Sekundärprävention bestimmter Tumore allen voran das Prostatakarzinom erwähnt.

In großem Maße wurde auf diesem Kongress die Hormonersatztherapie mit Östrogenen diskutiert. In diesem Zusammenhang sei ein Vortrag von Prof. Dr.A.O. Mueck von der Universitätsfrauenklinik Tübingen erwähnt. Mueck zeigte, dass erst ein zusätzlicher oxidativer und nitrosativer Stress aus den Abbauprodukten Sexualhormone in Richtung Karzinogene Stoffe wirksam werden lassen kann. Besonders das Zigarettenrauchen bei gleichzeitiger Einnahme von Hormonpräparaten zur Kontrazeption bzw. zur Therapie von menopausalen Beschwerden wurde von Mueck als besonderer risikoreich dargestellt.

Dr. Thomas Neßlhut aus Duderstadt in Deutschland berichtete darüber, wie im Rahmen einer Therapie mit Dendritischen Zellen eine effiziente Antitumorwirkung erzielt werden kann. Neßlhut besitzt auf diesem Gebiet eine jahrelange Erfahrung.

F rau Dr. Strasser-Weippl, von der 1. medizinischen Abteilung des Wilhelminenspitals brachte am Ende des Kongressese ausgezeichnete Zusammenfassung über die heute etablierten Methoden in der Karzinomtherapie.

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