• 06.12.2007, 18:00:00
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Buchpräsentation "Verfolgte Kindheit - Kinder und Jugendliche als Opfer der NS-Sozialverwaltung"

Wien (OTS) - Die vom Nationalfonds der Republik Österreich für
Opfer des Nationalsozialismus geförderte Publikation "Verfolgte
Kindheit" wird am Freitag, 7. Dezember 2007 im
Abgeordnetensprechzimmer des Parlaments der Öffentlichkeit
vorgestellt. Die Begrüßung erfolgt durch Nationalratspräsidentin
Barbara Prammer, zugleich Vorsitzende des Kuratoriums des
Nationalfonds.

In dem bei Böhlau erscheinenden Werk wird das System der
nationalsozialistischen "Vernichtungspsychiatrie" aus historischer,
psychiatrischer und pädagogischer Sicht analysiert. Herausgeber ist
der Psychotherapeut, Kinderpsychiater und -neurologe Ernst Berger.
Else Rieger, Sachbuchlektorin und Mitarbeiterin des
Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, hat das Buch
redaktionell betreut.

Von den systematischen Tötungen geistig und körperlich behinderter
Menschen waren im NS-Staat auch Jugendliche und Kinder betroffen.
Entsprechende Maßnahmen setzten seit 1940 im Gebiet des gesamten
Deutschen Reichs ein, was die Kooperation von Gesundheits- und
Fürsorgeämtern, psychiatrischen Gutachtern, Ärzten und
Krankenpersonal erforderte. Die Publikation "Verfolgte Kindheit"
zeigt, dass sich das System der "Vernichtungspsychiatrie" auch in
Österreich auf ein weitverzweigtes Netz stützte, welches das gesamte
Fürsorgewesen umfasste und in der Pädagogik der NS-Zeit wurzelte.

Auch die Nachwirkungen von psychiatrischer Verfolgung und
Traumatisierung werden im Buch nachgezeichnet. Eine offizielle
Anerkennung als NS-Opfer war etwa den in der Wiener
"Jugendfürsorgeanstalt Am Spiegelgrund" gequälten Kindern bis in die
jüngste Vergangenheit verwehrt worden. Der Nationalfonds der Republik
Österreich setzte sich für eine gesetzliche Anerkennung dieser
Menschen als Opfer nationalsozialistischer Verfolgung ein. Im Jahr
2005 folgte der Anerkennungspraxis des Nationalfonds auch eine
entsprechende Novellierung des Opferfürsorgegesetzes.

Rückfragehinweis:
mailto:presse@nationalfonds.org
mailto:elisabeth.dechant@boehlau.at

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