Haberzettl zu ÖBB-Spekulationsverlusten: "Zockermentalität hat in der Chefetage Einzug gehalten"

SteuerzahlerInnen von Verlusten betroffen - ÖBB-Konzernbetriebsrat sieht akuten Handlungsbedarf für Eigentümervertreter Minister Faymann

Wien (vida/ÖGB) - ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender Wilhelm Haberzettl kritisierte am Donnerstag zu dem heute von "Format" veröffentlichten Bericht über Verluste durch ÖBB-Börsenspekulationsgeschäfte: "Offensichtlich hat nun auch in den Chefetagen der ÖBB mit den Swap-Geschäften eine widerliche Zockermentalität Einzug gehalten." Diese so genannten "innovativen Finanzgeschäfte" haben den ÖBB laut "Format" heuer einen kolportierten Verlust in der Höhe von 50 bis 60 Millionen Euro eingebracht.++++

"Obwohl vor einigen Monaten im Aufsichtsrat explizit darauf hingewiesen wurde, dass Spekulationen der ÖBB auf den Finanzmärkten abgelehnt werden, sind die schlimmsten Befürchtungen leider jetzt zur Gewissheit geworden", sagte Haberzettl weiter. "Besonders empörend ist an dieser Angelegenheit, dass hier öffentliche Gelder verantwortungslos verspekuliert wurden. Es ist unter Finanzexperten allgemein bekannt, dass Swap-Geschäfte risikoreiche Börsenanlageformen sein können, auf alle Fälle aber risikoreicher als die früheren Cross-Border-Leasinggeschäfte der ÖBB sind", unterstrich der ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzende.

"Da von diesen Verlusten die Steuerzahler mittelbar beziehungsweise unmittelbar betroffen sind, sehe ich einen deutlichen Handlungsbedarf für den ÖBB-Eigentümervertreter, Verkehrminister Faymann. Diese Angelegenheit kann nicht ohne Konsequenzen zu den Akten gelegt werden", betonte Haberzettl abschließend.

ÖGB, 6. Dezember 2007 Nr. 729

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