Offener Brief von ORF-Zentralbetriebsrat Fiedler an österr. Filmwirtschaft

Wien (OTS) - In einem offenen Brief stellt der Vorsitzende des Zentralbetriebsrates im ORF, Heinz Fiedler, Behauptungen richtig, die die "Initiative Film" am 4. Dezember in einer Aussendung veröffentlicht hat.

Wien, 6. Dez. 07

Offener Brief

An die
Initiative Film TV
c/o Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie
Dr. Werner Müller

Sehr geehrte Damen und Herren !

Sie haben am 4.Dezember in einem Offenen Brief an den Generaldirektor des ORF Behauptungen zur Personalsituation des ORF erhoben die jedenfalls von Unwissenheit und Unverständnis geprägt sind.

Eigentlich sollten Vertreter der Kreativindustrie wissen, dass Medieninhalte durch Menschen und nicht durch Maschinen entstehen.

Die Angaben zur Personalmenge sind Phantasie. Der ORF hat derzeit rund 3.500 Arbeitnehmer/innen als ständiges Personal. Die Zahl von 4.500 bezieht sich auf den gesamten Konzern, die Honorarempfänger etc.. Ein Vergleich mit einem angeblichen Personalstand von 2.600 Fixangestellten in der Geschäftsführungsperiode Zeiler ist falsch, weil die kolportierte Zahl von 2.600 nur den offiziellen Stellenplan umfasste, nicht aber die weit über 1.000 ebenso fix beschäftigten freien Mitarbeiter/innen, die als solche unter Missbrauch des Sonderarbeitsrechts nach dem Rundfunkgesetz deklariert waren. Darüber hinaus gab es mehrere Hundertschaften von ständig beschäftigtem Anmietpersonal. Internationale Vergleiche zeigen im Gegenteil, dass der ORF in Anbetracht der Fülle seines Angebots in Radio, Fernsehen und Online einen sehr geringen Personalstand hat.

Die Filmindustrie übersieht bei ihrer Polemik gegen das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmervertretung, dass es im Aufsichtsgremium des ORF nicht wie bei Aktiengesellschaften eine Drittelparität sondern nur eine Siebentelparität gibt und dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der AG ebenfalls in die Bestellung des Vorstands eingebunden sind.

Sollte die Initiative der Filmindustrie das Ziel verfolgen, Arbeitsplätze im ORF mit dem Ziel zu vernichten, dass die Eigenproduktionen des ORF, die dadurch zwangsläufig nicht mehr hergestellt werden können, dann von der österreichischen Filmwirtschaft zugeliefert werden, dann ist eine solche Arbeitsplatzpiraterie vom Zentralbetriebsrat des ORF nur schärfstens zurückzuweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Fiedler
Vorsitzender des ORF-Zentralbetriebsrats

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Heinz Fiedler
ORF-Zentralbetriebsrat
Tel.Nr. 87878/12400

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