vida am ersten Jahrestag mit leichtem Mitgliederplus

Kaske: "Werden gemeinsam Kampf für faire Löhne und Arbeitsbedingungen fortsetzen"

Wien (vida/ÖGB) - Im Rahmen einer Pressekonferenz zogen vida-Vorsitzender Rudolf Kaske und seine beiden Stellvertreter Wilhelm Haberzettl und Willibald Steinkellner heute Bilanz über ein Jahr Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida. Kaske:
"Besonders erfreulich ist, dass unsere gemeinsame Gewerkschaft den Mitgliederschwund der vergangenen Jahre stoppen konnte. Wir verzeichnen gegenüber Jahresende 2006 ein leichtes Plus." vida hat aktuell 158.775 Mitglieder, das sind um 126 Mitglieder mehr als zum Jahresende 2006. Erfolgreich setzte sich vida im ersten Jahr für faire Löhne und gegen Sozialdumping ein, führten die stellvertretenden Vorsitzenden Wilhelm Haberzettl und Willibald Steinkellner aus.++++

In der Steiermark hat vida vom Obersten Gerichtshof (OGH) in einer Kollektivvertrags-Auseinandersetzung mit den privaten Alten- und Pflegeheimen Recht bekommen. "Die Arbeitgeber haben jahrelang den flexibleren Privatkrankenanstalten-Kollektivvertrag anstelle des BAGS-Kollektivvertrags (KV) angewandt. Der OGH hat in seinem Urteil bestätigt, dass die privaten Alten- und Pflegeheime in der Regel den BAGS-KV anzuwenden haben. Das bedeutet für die Beschäftigten mehr Lohn und eine Reduzierung der Arbeitszeit von einer 40- auf eine 38-Stunden-Woche", so der Vorsitzende der Sektion soziale, persönliche Dienste und Gesundheitsberufe und stellvertretende vida-Vorsitzende Willibald Steinkellner. Trotz des OGH-Urteils verweigern viele Alten- und Pflegeheime die Umstellung. "vida ist deshalb dabei, viele der Betriebe zu organisieren. Sollten die Arbeitgeber nicht einlenken, werden 2008 auch Klagen gegen die einzelnen Betriebe eingebracht", kündigte Steinkellner an.

Als "Herausforderung" bezeichnete Steinkellner die Schaffung eines fairen Mindestlohns für die Beschäftigten in der 24-Stunden-Betreuung. "Wir haben einen Mindestlohn-Antrag beim Bundeseinigungsamt eingebracht und erwarten uns, dass bei der Verhandlung am 12. Dezember endlich eine Einigung erzielt wird."

Wilhelm Haberzettl, Vorsitzender der Sektion Verkehr und ebenfalls stellvertretender vida-Vorsitzender, erklärte: "Die Arbeit im Verkehrsbereich hat sich heuer auf den Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping fokussiert. Für die Berufskraftfahrer ist es vida gelungen, die Vergütung der Kosten für die Fahrerkarte durch den Arbeitgeber sicher zu stellen."

Für das kommende Jahr hat sich die Verkehrssektion zum Ziel gesetzt, Beschäftigte in Transportunternehmen, die aufgrund ihrer Berufe eigentlich nach besser dotierten Kollektivverträgen für Verkehrsunternehmungen bezahlt werden müssten, in die richtigen KVs "zurückzuholen". "Mit einer gemeinsamen Gewerkschaft für den Verkehrs- und Dienstleistungssektor kann man da schneller etwas bewegen. Erste, viel versprechende Gespräche mit den betroffenen Unternehmen gab es bereits", so Haberzettl.

Binnenschifffahrt - Kampf gegen Sozialbetrug

Die gewerkschaftliche Neuerschließung des Binnenschifffahrtsbereichs auf der Donau ist ein weiterer Schwerpunkt der vida-Sektion Verkehr für 2008. "Wir werden damit illegalen Beschäftigungsformen einen Riegel vorschieben", kündigte Haberzettl an. Konkret fordert vida einen einheitlichen Rechtsrahmen mit klar zu definierenden Standards (Mindestbesatzung, Arbeits- und Ruhezeiten, Kontrollen), damit der Schutz der Beschäftigten auf den Wasserwegen in Zukunft besser gewährleistet wird. Ein neues und einheitliches Ausbildungsmodell soll die Berufe in der Binnenschifffahrt attraktiver machen. Aktuell herrscht in der Branche Personalmangel, was auf die schlechten Konditionen zurückzuführen ist. In den kommenden fünf Jahren könnten bis zu 5.000 Besatzungsmitglieder fehlen, befürchtet Haberzettl: "In der Ausbildung muss deshalb rasch Zukunfts- und Perspektivenorientiertheit zum maßgeblichen Qualitätskriterium werden."

Neustart für die HausbesorgerInnen

Ebenfalls für 2008 hofft vida-Vorsitzender Rudolf Kaske auf die Umsetzung des neuen Berufsbildes für HausbesorgerInnen. "vida hat die Diskussion um die Schaffung eines neuen HausbesorgerInnen-Berufs initiiert. Dabei geht es auch um eine Aufgabenerweiterung in Richtung Durchführen von Kleinreparaturen und sozialer Kompetenz. Viele MieterInnen wünschen sich Reinigung, Sicherheit und Wartung in einer Hand. Wir sind zuversichtlich, dass unser Modell umgesetzt wird", so Kaske.

vida hat seit Jahresanfang mehr als 60 KVs ausgehandelt

Auch im Kernkompetenz-Bereich, den Kollektivvertrags-Verhandlungen, sei vida "gut unterwegs", zog Kaske Bilanz. Der Kollektivvertrags-Abschluss im Reinigungsgewerbe bringe den Beschäftigten in den unteren Lohngruppen - das sind rund 70 Prozent - eine Lohnerhöhung ab Jahresanfang 2008 von 3,24 Prozent. Der gestern erfolgte BAGS-Abschluss für die Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich sieht eine Erhöhung von drei Prozent vor. "Probleme gibt es bei den Kollektivvertragsverhandlungen für das Sicherheitsgewerbe. Die Arbeitgeber, vor allem große multinationale Unternehmungen, wollen den Mehrarbeitszuschlag für Teilzeitbeschäftigte aushebeln, doch da machen wir nicht mit. Wir erwarten, dass sich auch die Arbeitgeberseite an sozialpartnerschaftliche Vereinbarungen hält", so Kaske.

Für 2008 kündigte Kaske als weiteren vida-Schwerpunkt den Einsatz für faire Arbeitsbedingungen bei der Fußball-EM an. Der vida-Vorsitzende: "Gerade die Beschäftigten in den Verkehrs- und Dienstleistungsberufen werden bei dem Großevent stark zum Einsatz kommen. Gemeinsam mit dem ÖGB werden wir dafür sorgen, dass Fairplay auch außerhalb des Spielfelds ernst genommen wird." Eine eigene Internetseite www.fairplay.at, eine kostenlose Hotline für arbeitsrechtliche Information und spezielle Rechtsschutz-Angebote für Beschäftigte, die während der EM der Gewerkschaft beitreten, sind Bestandteil der gewerkschaftlichen EM-Kampagne.

Über die Gründung der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida

Die Gewerkschaft vida wurde am 6. Dezember 2006 gegründet. An diesem Tag unterzeichneten die Vorsitzenden der drei Gründungsgewerkschaften - Wilhelm Haberzettl für die Gewerkschaft der Eisenbahner, Willibald Steinkellner für die Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr und Rudolf Kaske für die Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst - die Urkunde zur Gründung der gemeinsamen Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida. Rudolf Kaske wurde am Folgetag, dem 7. Dezember 2006, von den Delegierten des Gründungskongresses zum vida-Vorsitzenden gewählt. Der Name "vida" kommt aus dem Spanischen und steht für "Leben". Der Name ist gleichsam auch Programm: Denn vida setzt sich für die Verbesserung der Lebensqualität und damit für die Lebensfreude ihrer Mitglieder ein.

ÖGB, 6. Dezember 2007 Nr. 728

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