Protestaktion Grüne Wien: Keine Geschäfte mit der Spielsucht!

Ellensohn: Grüne Wien fordern das sofortige Aus für das "Kleine Glücksspiel" in Wien

Wien (OTS) - Für den Stadtrat der Grünen Wien, David Ellensohn, ist es unerträglich, dass die Stadt Wien immer noch am "Kleinen Glücksspiel" verdient, das das Leben tausender Menschen zerstört:
"Bürgermeister Häupl soll sich ein Beispiel an seinem Salzburger Kollegen Heinz Schaden nehmen, der das Glücksspiel in einem Atemzug mit dem Drogenhandel genannt hat. Wie lange will Häupl noch Geld kassieren, dass Schaden als schmutziges Geld bezeichnet hat? Wir fordern das sofortige Aus für das kleine Glücksspiel in Wien", so Ellensohn im Rahmen einer Protestaktion vor einem Spiellokal in Hernals.

Die Faktenlage zum "Kleinen Glücksspiel" in Österreich ist höchst beunruhigend: die Zahl der Spielsüchtigen steigt dramatisch, der Jugendschutz funktioniert nicht. Darüber hinaus mehren sich Stimmen, die bei den aufgestellten Glücksspielautomaten einen systematischen Rechtsbruch vermuten. Eine entsprechende Anzeige der Stadt gegen einen Automatenhersteller ist anhängig. Das "Kleine Glücksspiel" ist für Wien ein einträgliches Geschäft: Für jeden Automaten kassiert die Stadt Wien eine monatliche Abgabe von 1407,- Euro. Bei ca. 3.000 Automaten spült diese Abgabe heuer beinahe 50 Millionen Euro ins Wiener Budget. Obwohl die wissenschaftlichen Befunde über die teils dramatischen Auswirkungen des "Kleinen Glücksspiels" bekannt sind, investiert die Stadt bis dato keinen einzigen Cent in Prävention und die Therapie von spielsüchtigen Menschen.

Das "Kleine Glücksspiel" wurde vom Gesetzgeber als "Bagatellspiel" vom Glücksspielmonopol ausgenommen. Die Grenzen des Spiels: maximal 50 Cent Einsatz und 20 Euro Gewinn. Es fällt in den Kompetenzbereich der Länder, ob es im jeweiligen Bundesland erlaubt ist oder nicht. In Wien, Kärnten und der Steiermark ist das "Kleine Glücksspiel" schon länger erlaubt. Seit 2005 hat auch Niederösterreich das flächendeckende Automatenglücksspiel legalisiert. Studien belegen jetzt, dass nach dieser Legalisierung ein enormer Anstieg spielsüchtiger Menschen zu beobachten ist.

Heidi Cammerlander, SuchtexpertInnen der Grünen Wien stößt sich vor allem am inexistenten Jugendschutz und den fehlenden Geldern für Therapie und Prävention: "Die einzige umfassende Beratungsstelle für Spielsucht in Wien finanziert sich ausschließlich durch Subventionen der Automatenbetreiber, der Casinos Austria und der österreichischen Lotterien. Wien braucht ein funktionierendes Therapie-, Beratungs-und Forschungssystem im Bereich der Spielsucht. Dazu benötigt es Geld und den politischen Willen".

Rückfragen & Kontakt:

Pressereferat, 0664 831 74 49
http://wien.gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR0001