• 06.12.2007, 10:44:14
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Protestaktion Grüne Wien: Keine Geschäfte mit der Spielsucht!

Ellensohn: Grüne Wien fordern das sofortige Aus für das "Kleine Glücksspiel" in Wien

Wien (OTS) - Für den Stadtrat der Grünen Wien, David Ellensohn,
ist es unerträglich, dass die Stadt Wien immer noch am "Kleinen
Glücksspiel" verdient, das das Leben tausender Menschen zerstört:
"Bürgermeister Häupl soll sich ein Beispiel an seinem Salzburger
Kollegen Heinz Schaden nehmen, der das Glücksspiel in einem Atemzug
mit dem Drogenhandel genannt hat. Wie lange will Häupl noch Geld
kassieren, dass Schaden als schmutziges Geld bezeichnet hat? Wir
fordern das sofortige Aus für das kleine Glücksspiel in Wien", so
Ellensohn im Rahmen einer Protestaktion vor einem Spiellokal in
Hernals.

Die Faktenlage zum "Kleinen Glücksspiel" in Österreich ist höchst
beunruhigend: die Zahl der Spielsüchtigen steigt dramatisch, der
Jugendschutz funktioniert nicht. Darüber hinaus mehren sich Stimmen,
die bei den aufgestellten Glücksspielautomaten einen systematischen
Rechtsbruch vermuten. Eine entsprechende Anzeige der Stadt gegen
einen Automatenhersteller ist anhängig. Das "Kleine Glücksspiel" ist
für Wien ein einträgliches Geschäft: Für jeden Automaten kassiert die
Stadt Wien eine monatliche Abgabe von 1407,- Euro. Bei ca. 3.000
Automaten spült diese Abgabe heuer beinahe 50 Millionen Euro ins
Wiener Budget. Obwohl die wissenschaftlichen Befunde über die teils
dramatischen Auswirkungen des "Kleinen Glücksspiels" bekannt sind,
investiert die Stadt bis dato keinen einzigen Cent in Prävention und
die Therapie von spielsüchtigen Menschen.

Das "Kleine Glücksspiel" wurde vom Gesetzgeber als "Bagatellspiel"
vom Glücksspielmonopol ausgenommen. Die Grenzen des Spiels: maximal
50 Cent Einsatz und 20 Euro Gewinn. Es fällt in den Kompetenzbereich
der Länder, ob es im jeweiligen Bundesland erlaubt ist oder nicht. In
Wien, Kärnten und der Steiermark ist das "Kleine Glücksspiel" schon
länger erlaubt. Seit 2005 hat auch Niederösterreich das
flächendeckende Automatenglücksspiel legalisiert. Studien belegen
jetzt, dass nach dieser Legalisierung ein enormer Anstieg
spielsüchtiger Menschen zu beobachten ist.

Heidi Cammerlander, SuchtexpertInnen der Grünen Wien stößt sich vor
allem am inexistenten Jugendschutz und den fehlenden Geldern für
Therapie und Prävention: "Die einzige umfassende Beratungsstelle für
Spielsucht in Wien finanziert sich ausschließlich durch Subventionen
der Automatenbetreiber, der Casinos Austria und der österreichischen
Lotterien. Wien braucht ein funktionierendes Therapie-, Beratungs-
und Forschungssystem im Bereich der Spielsucht. Dazu benötigt es Geld
und den politischen Willen".

Rückfragehinweis:
Pressereferat, 0664 831 74 49
http://wien.gruene.at

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