BM Schmied: "Kunst macht Schule. Kreativität als Schlüssel zu Innovation"

75 % der Bevölkerung halten kulturelle Bildung für sehr wichtig.

Wien (OTS) - "Kunst- und Kulturvermittlung muss einen zentralen Stellenwert in unserem Bildungssystem einnehmen. Wir brauchen mehr Kreativität, Innovation und Vermittlung kultureller Kompetenzen an unseren Schulen. Kulturelle Bildung bedeutet für mich die vielfältige Förderung von Kreativität, Reflexion, Ästhetik, von interkulturellem Verständnis, Toleranz und gesellschaftlichem Diskurs. Bildung, Kunst und Kultur in einem Ministerium schaffen die ideale Vorraussetzung, sie auch gemeinsam zu denken. Auf Basis der heute präsentierten Studie "Vielfalt und Kooperation" setzen wir Schritte für mehr und bessere kulturelle Bildung. Es gibt bereits viele wegweisende Projekte. Diese Positivbeispiele werde ich zur Methode machen", so Bundesministerin Claudia Schmied bei der heutigen Präsentation des Projektes "Kunst macht Schule".

Die Bevölkerung misst dem Thema Kulturvermittlung in der Schule hohe Bedeutung zu. Bundesministerin Claudia Schmied hat erstmals seit 1989 ein umfassendes Kulturmonitoring über die Einstellung der Bevölkerung zu Kunst und Kultur durchführen lassen (Ergebnisse sind auf www.bmukk.gv.at abrufbar). Ein klares Ergebnis dieser Studie: 75 % der Bevölkerung halten Kunst- und Kulturvermittlung für Jugendliche für sehr wichtig.

"Ich leite aus diesen Daten einen klaren Auftrag für mehr und bessere Kunst- und Kulturvermittlung an unseren Schulen ab", so Schmied.

Ausgangspunkt für das Projekt "Kunst macht Schule" ist die Studie "Vielfalt und Kooperation", die von Michael Wimmer (EDUCULT) im Auftrag des Bildungsministeriums erstellt wurde. Sie liefert umfassende Analysen bereits bestehender Initiativen und konkrete Handlungsvorschläge (steht ab sofort zum download unter www.bmukk.gv.at zur Verfügung).

"Die Studie zeigt Leuchttürme der Kulturvermittlung auf und skizziert Strategien, wie wir diese von der Ausnahme zur Regel machen können. Für mich ist sie die Basis dafür, faktenbasiert Schritte zu setzen. Ich möchte bis zum Ende dieser Legislaturperiode an allen Schulen lebendige Kulturpartnerschaften etablieren", betont Schmied.

Auf Basis dieser Studie werden erste konkrete Schritte gesetzt:
• Einrichtung der Stabstelle "Kulturvermittlung" im Ministerium zur Koordinierung der interdisziplinären Aktivitäten und der Vorbereitung und Umsetzung konkreter Maßnahmen.

"Wir müssen die gemeinsame Kraft von Bildung und Kultur bestmöglich nutzen. Durch die Koordinationsstelle schaffen wir eine Struktur, die diesem übergreifenden Thema gerecht wird. Sie wird auf Basis der Ergebnisse der Studie in den kommenden Monaten konkrete Maßnahmen zur Intensivierung und Verbesserung der kulturellen Bildung erarbeiten und koordinieren. Mit Sirikit Amann wird eine Expertin mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Kulturvermittlung und hoher Kompetenz die Leitung der Stabstelle übernehmen. Sie soll in Zukunft unsere Koordinatorin für Kulturvermittlung an Schulen sein", so Schmied.

• Erhöhung der Mittel des Vereins Kulturkontakt für Kulturvermittlungsprojekte mit Kunstschaffenden an Schulen um 500.000 Euro im Jahr 2008. Das bedeutet eine Steigerung des Budgets dieser Mittel um rund 40 % von 1,3 Millionen Euro auf 1,8 Millionen Euro. Insgesamt investiert das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur damit jährlich rund 5,5 Millionen Euro für Kulturvermittlung an Schulen.

"Wir setzen konkrete Maßnahmen für innovative Kunstprojekte an Schulen. Die Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen ist ein wichtiger Schritt und soll engagierte Lehrerinnen und Lehrer motivieren", betont Schmied.

• Schwerpunkt in der Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer im Jahr 2008.

"Kulturvermittlung braucht engagierte und informierte Lehrerinnen und Lehrer. Kulturvermittlung ist einer der Schwerpunkte an den Pädagogischen Hochschulen für die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer 2008. Die neu geschaffene Stabstelle wird konkrete Maßnahmen zur besseren Verankerung der Kulturvermittlung an den Pädagogischen Hochschulen erarbeiten", so Schmied.

• Kulturvermittlung als Schlüssel zu gelungener Tagesbetreuung. Kunst- und Kulturvermittlung wird einer der Kriterien für das im Juni 2008 erstmals verliehenen "Gütesiegel für gelungene Tagesbetreuung" des Bildungsministeriums.

"Gelungene Tagesbetreuung fördert Kreativität. Kunst und Kultur sind zentraler Bestandteil unserer Initiative für bessere Tagesbetreuung an unseren Schulen", so Schmied.

• Kulturinstitutionen, wie die Bundestheater und Bundesmuseen, sollen ihre Verantwortung im Bereich Kulturvermittlung noch stärker wahrnehmen. Der Dialog über die Weiterentwicklung der Bundesmuseenlandschaft hat die Steigerung der kulturellen Partizipation und Kulturvermittlung als zentrales Thema. Die Kunstförderung soll neben der "Produktionsförderung" von Kunst vermehrt auf Vermittlungstätigkeit wert legen.

"Kulturvermittlung endet nicht am Schultor. Kulturpolitik muss als vorrangiges Ziel haben, die kulturelle Partizipation speziell junger Menschen zu steigern. Kunst- und Kulturinstitutionen leisten bereits jetzt einen wichtigen Beitrag. Dieser wird intensiviert werden", betont Schmied.

• Einrichtung einer Informationsplattform und einer Homepage für alle Beteiligten im Bereich Kulturvermittlung für mehr Vernetzung, Austausch, Information und Inspiration bis zum Start des kommenden Semesters.

"Betroffene und Beteiligten fordern eine bessere Vernetzung und Sichtbarmachung der Aktivitäten. Diesem Wunsch tragen wir Rechnung. Ich möchte eine bestmögliche Zusammenarbeit aller Betroffenen und Beteiligten aus dem Bildungs- und Kulturbereich", so Schmied.

• Kulturhauptstadt Linz 2009 mit dem Schwerpunkt Kulturvermittlung und Nachhaltigkeit sowie Unterstützung der Initiative für ein EU-Jahr "Kreativität und Innovation durch Bildung und Kultur" 2009.

"Die Bundesregierung investiert 20 Millionen Euro in das Projekt LINZ 09. Ich möchte einen besonderen Schwerpunkt auf die Kunst- und Kulturvermittlung setzen. Ich habe bereits Gespräche mit der Intendanz, der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich geführt und freue mich, dass Einigkeit über die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit und Kulturvermittlung besteht. Ich werde mich außerdem für die Schaffung des EU-Jahres ‚Kreativität und Innovation durch Bildung und Kultur’ einsetzen", betont Schmied.

• Kulturvermittlung als Schwerpunkt der Modellversuche Neue Mittelschule

Die Modellversuche Neue Mittelschule stellen die Förderung von Kreativität ins Zentrum. Kunst- und Kulturvermittlung ist dazu der Schlüssel. Die Schule soll ein offener Ort sein und Kunstschaffende in den Schulalltag einbinden", so Schmied.

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