Stadlbauer verärgert über FPÖ-Antrag: Mütter soll Schuld zugeschoben werden

FPÖ-Argumentation nicht schlüssig, nicht durchdacht und inkompetent

Wien (SK) - "Hier wird versucht, auf äußerst widerliche Art politisches Kleingeld zu wechseln", bemerkte SPÖ-Frauensprecherin Bettina Stadlbauer am Mittwoch im Nationalrat zum dringlichen Antrag der FPÖ. "Mich ärgert, dass Kindesmissbrauch hier mit gemeinsamer Obsorge gekoppelt wird". Die gemeinsame Obsorge gebe es in Österreich seit mehreren Jahren, nach der Theorie der FPÖ müsste der Kindesmissbrauch zurückgegangen sein, dies entspreche jedoch nicht den Tatsachen. ****

"Der ganze Antrag ist auf der These aufgebaut, dass die Mütter schuld sind", so die SPÖ-Abgeordnete. "Fällt Ihnen eigentlich auf, wer die Taten begeht?" In allen Fällen, die die FPÖ in ihrem Antrag aufgezählt habe, seien die Männer die Täter gewesen. Gebe es die verpflichtende gemeinsame Obsorge, bestünde auch die Möglichkeit, Kinder an einen mutmaßlichen Täter zu binden, warnte Stadlbauer. "Ihre Argumentation ist nicht durchdacht, nicht schlüssig und inkompetent", so die Politikerin in Richtung FPÖ.

Der FPÖ-Antrag reihe sich "nahtlos in die absurde Strategie ein, Männerrechte auszubauen". In diesem Zusammenhang erinnerte Stadlbauer auch an eine Pressekonferenz der Freiheitlichen, in der "allen ernstes" eine Rechnungsprüfungspflicht für Frauen, die Unterhalt bekommen, verlangt wurde. "Wissen Sie eigentlich, dass die Hälfte der Frauen nur unregelmäßig Unterhalt bekommt und 17 Prozent gar nicht?", so Stadlbauer. "Wenn Sie schon zivilrechtlich etwas ändern wollen, dann arbeiten Sie mit, dass der Unterhalt besser geregelt wird", bemerkte die SPÖ-Abgeordnete abschließend in Richtung der FPÖ-Ränge. (Schluss) sw

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