Kuntzl: Bei Kindesmisshandlung darf nicht weggeschaut werden

Wohl der Kinder muss im Mittelpunkt aller Maßnahmen stehen

Wien (SK) - "Wir wollen nicht zusehen, wir wollen handeln und wir wollen Maßnahmen setzen", betonte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl am Mittwoch im Rahmen der Nationalratsdebatte. Auch sie sei sehr erschüttert gewesen über die jüngst bekannt gewordenen Fälle von Kindesmisshandlung, so Kuntzl. "Die Sicherheit, die Geborgenheit und der Schutz unserer Kinder muss im Mittelpunkt unserer Handlungen stehen. Es darf kein Wegschauen, kein Augenzwinkern geben, wenn Kinder gequält werden. Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, damit solche Fälle nicht mehr vorkommen." ****

Bundesministerin Berger habe jetzt einen umfassenden Maßnahmenkatalog vorgelegt, um einerseits im Justizbereich die geeigneten Schritte zu setzen und andererseits einen Anstoß zu geben, "für einen Prozess, der weit über das Justizressort hinausgeht", lobte Kuntzl. Die Justizministerin habe nicht allein aus Anlass der jüngsten Fälle gehandelt, "sondern aus einem grundsätzlichen politischen Verantwortungsbewusstsein, dass unsere Justizministerin auszeichnet". Bereits im Rahmen der Familienrechtsreform gebe es eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Schutz von Kindern beschäftige.

Kuntzl wies in ihrem Beitrag darauf hin, dass sie sich "gegen Untertöne verwehren" wolle, die aufgrund der letzten Vorkommnisse die Mütter zu Tätern stempeln würden. "Frauen sind sehr oft die Opfer von häuslicher Gewalt", so Kuntzl. "Frauen jetzt als Hauptverantwortliche hinzustellen, ist die falsche politische Schlagseite." Auch gehe Gewalt durch alle Gesellschaftsschichten, hielt die Abgeordnete fest. Der Unterschied sei nur, "dass es die einen geschickter verbergen können". Deshalb sei es für sich auch das falsche Signal, die Familienbeihilfe zu streichen.

"Es gibt leider nicht die einfache Antwort, wie man das Problem aus der Welt schaffen kann", sagte Kuntzl. Wichtig sei es, Maßnahmen so zu setzen, "dass Kinder nicht noch mehr isoliert werden". Überdies müsse man das gesellschaftliche Klima so gestalten, das gewaltfreie Erziehung selbstverständlich werde. Kuntzl plädierte dafür, ein Netzwerk aus allen betroffenen Institutionen wie Schulen, Kindergärten, Jugendwohlfahrt, Strafjustiz, Familiengerichtsbarkeit und Polizei zu schaffen, dass mit klarer Rollenverteilung und Schnittstellen "zum Wohle unserer Kinder" arbeiten könne. (Schluss) sw

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