"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Medizinischer Unfug"

Billigere Medikamente allein sanieren das Gesundheitssystem nicht.

Wien (OTS) - Dass das Gesundheitssystem in Österreich ein im internationalen Vergleich sehr gutes ist, ist unbestritten. Dass es, weil gute Medizin kostet, teuer und zunehmend unfinanzierbar ist, auch.
Aber die Gründe für die hohen Kosten liegen auch woanders: Alte Strukturen und Doppelgleisigkeiten im Kassenwesen, uneinheitliche Leistungen und Bezahlungen, zu viele Akutbetten in unrentablen Spitälern, teure Medikamente, die oben immer breiter werdende Alterspyramide, um nur einige zu nennen.
Generationen von Gesundheitsministern haben diese Analysen gemacht - und sind mit den nötigen Konsequenzen gescheitert. Denn die Effizienz eines Systems anzupacken, ist realpolitisch angesichts giftig verteidigter Interessen der Beteiligten fast unmöglich. Also lautet die immer wiederkehrende Notlösung: Bei den Medikamenten sparen, entweder durch billigere Ersatzprodukte (Generika) oder jetzt mit einer Deckelung der Teuerung.
Keine Frage: Da ist etwas zu holen (man braucht sich nur die aus dem Boden schießenden absurden Designverpackungen anzusehen).
Aber das Gesundheitssystem nur so sanieren zu wollen, ist, als wollte man eine Herzkrankheit mit der Verbilligung eines Pulsmessgerätes kurieren - medizinischer Unfug, sozusagen.

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