Bewusstseinsbildung ist gefordert: Beginnende Fahrer-Müdigkeit wird oft nicht berücksichtigt

Interdisziplinäre Fachtagung der ARGE Straßensicherheit zum Thema "Müdigkeit contra Aufmerksamkeit" - Verwendung des "Pupillomaten" fix eingeplant

Wien (PWK964) - Auf starke Aufmerksamkeit stieß die gestern abgehaltene Fachkonferenz zum Thema "Müdigkeit contra Aufmerksamkeit - eine Herausforderung für die Verkehrssicherheit". Auf der von der Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik der Wirtschaftskammer Österreich sowie der Arbeitsgemeinschaft Straßensicherheit veranstalteten Tagung diskutierten Teilnehmer und Vortragende aus allen Verkehrsbereichen - Vertreter der Ministerien (BMI, BMVIT), der Exekutive, der Bundesanstalt für Verkehr(BAV) und des Institutes Gute Fahrt, der Autofahrerclubs und des Fachverbandes Güterbeförderung ebenso wie Repräsentanten der Wissenschaft - einen Tag lang über Entstehung, Auswirkungen und Gefahren der Müdigkeit der Fahrzeuglenker im Verkehr. Abgerundet wurde die Thematik durch Beiträge verschiedener Mitgliedsfirmen der ARGE Straßensicherheit, die ihre Aktivitäten zur Aufmerksamkeitssteigerung bei Fahrzeuglenkern insbesondere im Baustellenbereich und beim Wechsel von Autobahnen zu Bundesstraßen vorstellten.

Prof. Manfred Walzl (Landesnerverklinik Graz) stellte seine Erkenntnisse zur Müdigkeitsforschung und zu den Grundlagen des "Pupillomaten" vor. Dieses Gerät erkennt Müdigkeit, die bei einem Fahrzeuglenker ähnlich gefährliche Auswirkungen hat wie Alkohol. Die Forschung in Österreich habe in diesem Themenbereich mittlerweile die Führerschaft in der Welt übernommen und genieße dazu die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der heimischen Verkehrswirtschaft. So schauten deutsche Ministerien neidvoll auf die in Österreich erarbeiteten Grundlagen und gestarteten Kooperationen.

Da Müdigkeit am Steuer zu den wichtigsten Unfallverursachern gehört, ist die österreichische Regierung daran interessiert, diese Fälle in Zukunft besser erkennen zu können, um entsprechende Maßnahmen setzen zu können. "Schließlich," so Günter Breyer (BMVIT), "gilt es, die Zahl der Toten im Straßenverkehr um 50 Prozent sowie die Personenschäden bis 2010 um 20 Prozent zu reduzieren". Dieses Ziel - "und wir sind auf einem guten Weg dorthin" - gebe das österreichische Verkehrssicherheitsprogramm 2002 bis 2010 vor. Auch sei in Zukunft geplant, neben Fahrzeugkontrollen auf der Straße auch den Pupillomaten einzusetzen. Die Verwirklichung dieses Vorhabens werde zwar noch einige Zeit dauern, sei aber schon fix eingeplant, so der Vertreter der Bundesprüfanstalt, Walter Nissler.

Abschließend stellte der Vorsitzende der ARGE, Thomas Gebell fest, dass "die Bewusstseinsbildung für Müdigkeit und Aufmerksamkeitsförderung massiv gesteigert werden muss". Dieses Thema betreffe alle Verkehrsteilnehmer - nicht nur jene auf der Straße -und sei nicht einigen wenigen Berufsgruppen alleine zuschreibbar. "Dies zu erkennen und aufzuzeigen war Ziel unserer Veranstaltung."

Die Arbeitsgemeinschaft Straßensicherheit ist eine Vereinigung, die sich die Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere auf der Straße, zum Ziel gesetzt hat. Dies soll, so Gebell, durch Veranstaltungen und durch die konsequente Beteiligung an der politischen Meinungsbildung geschehen. Darüber hinaus wird die Verkehrssicherheit durch die Einführung innovativer Ideen, z.B. bei der Baustellenabsicherung, seitens der ARGE-Mitglieder permanent verbessert. Dass die Arbeitsgemeinschaft beim Thema Verkehrssicherheit zur Gruppe der kompetenten Ansprechpartner gehört, beweise die umfangreiche Mitgliederliste. Firmen wie Alpenländische Schilderfabrik, Kapsch, Leitschutz GmbH, 3M, Maba, Rembrandtin Swarco oder Voest sind ebenso dabei wie viele weitere Unternehmen. Das Produktportfolio dieser Betriebe reicht von Elektronik über Farbe, Schilder, Leiteinrichtungen bis hin zur Steuerungssoftware in Verkehrsbeeinflussungsanlagen. Nicht zu vergessen sind die Arbeitskreise Bodenmarkierung sowie Sicherheits- und Verkehrsleiteinrichtungen, die mit ihren Mitgliedern in dieser Organisation tatkräftig mitarbeiten. (hp)

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