EU: Schweinefleischerzeugung wird im ersten Halbjahr 2008 sinken

Heuer soll Produktion noch auf 22,3 Mio. t ansteigen

Wien (AIZ) - Der Prognoseausschuss der EU für den Sektor Schweinefleisch hat vor Kurzem seine Markteinschätzung für die Jahre 2007 und 2008 auf Basis der vorliegenden Daten für das Jahr 2007 aktualisiert. Demnach hat im Jahr 2007 die Erzeugung der EU-25 erneut zugelegt und zwar um 2% auf 21,79 Mio. t (EU-27: 22,33 Mio. t). Die größte Steigerung gegenüber dem Vorjahr fand im ersten Quartal (+6,6%) statt. In den Folgequartalen nahm der Vorsprung deutlich ab. Für das 4. Quartal wird sogar mit einem Rückgang gegenüber 2006 gerechnet (-0,4%). Für das erste Halbjahr 2008 rechnen die Experten mit einem Rückgang der Erzeugung gegenüber 2007 um 1,5 bis 1,9%. Ab dem Sommer wird dann wieder eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Dies teilen die europäische Vieh- und Fleischhandelsunion (UECBV) und der Verband der Fleischwirtschaft in Deutschland (VDF) mit.

Exporte werden heuer auf 1,8 Mio. t zurückgehen

Der Prognose zufolge wird der Export 2007 nach einem Rekord im vorigen Jahr um gut 190.000 t auf insgesamt 1,8 Mio. t (Produktgewicht) zurückgehen. Der Hauptteil dieses Rückgangs ist aber durch den Beitritt Rumäniens und Bulgariens bedingt, weil Lieferungen in diese beiden Länder jetzt nicht mehr als Drittlandexporte gelten. Die Ausfuhren in Richtung Ostasien haben sich hingegen gegenüber 2006 wieder erholt. Gefahr für die Exporte im Jahr 2008 droht durch die mögliche Schutzklauselregelung Australiens. Hiervon wäre Dänemark betroffen, das ca. 30.000 t dorthin liefert.

Die gesamten Importe der EU-25 an verschiedenen Schweinefleisch-Produkten (Fleisch, Schinken, usw.) beliefen sich im Jahr 2006 auf vergleichsweise vernachlässigbare 32.161 t. Im ersten Halbjahr 2007 wurden bereits 20.100 t registriert, auf das Gesamtjahr hochgerechnet dürften es allein bei Schweinefleisch etwa 25.000 t sein. Hauptlieferant der EU im Sektor Schweinefleisch sind die USA.

Preise heuer deutlich unter Vorjahresniveau - Ab 2. Quartal 2008 Anstieg erwartet

Die Preise für Schweinefleisch fallen der vorläufigen Analyse zufolge heuer über das ganze Jahr hinweg deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt beträgt der Rückgang rund 7% (von EUR 1,45 auf 1,34 je kg). Seit dem Herbst ist jedoch ein deutlicher Rückgang gegenüber dem dreijährigen Durchschnitt festzustellen. Die Preisschwäche wird in erster Linie auf die Produktionssteigerung zurückgeführt.

Für die Erzeuger besonders drückend ist die gleichzeitig erhebliche Kostensteigerung durch die drastische Erhöhung der Futtermittelpreise. Daher hat die EU-Kommission zur Marktentlastung Ende Oktober die geförderte private Lagerhaltung von Schweinefleisch beschlossen. Ende November wurde diese Aktion beendet, stattdessen können jetzt Exporterstattungen beantragt werden, um (angesichts des sehr niedrigen Dollar-Kurses) die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Schweinehalter auf Drittlandsmärkten zu verbessern. Für 2008 sagt die Vorschätzung im ersten Quartal eine Konstanz der Preise voraus. Ab dem zweiten Quartal wird ein leichter Anstieg auf durchschnittlich EUR 1,42 je kg vorausgesagt.

Stabilisierung der Schweinepreise in Österreich

Die private Lagerhaltung hat mittlerweile zu einer Beruhigung der Marktsituation geführt. Derzeit werden stabile Schweinepreise auf dem EU-Binnenmarkt registriert. In Österreich konnte zuletzt das überdurchschnittliche Schlachtschweineangebot reibungslos abgesetzt werden. Der Notierungspreis der Schweinebörse für diese Woche liegt daher unverändert bei EUR 1,25 je kg. Die Experten gehen davon aus, dass die ausgeglichene Marktlage bis zum Jahresende anhalten wird. Mit der Stützung der Drittlandexporte könnten in einigen Ländern auch leichte Preisaufschläge möglich sein, wird betont.
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