SP-Yilmaz und SP-Krotsch: Wiens Frauenhäuser sind Grundpfeiler im Gewaltschutz-Netz!

Wiener SPÖ Frauen kämpfen gegen häusliche Gewalt

Wien (SPW) - Unter dem Titel "Reise jenseits der Gewalt" luden die Wiener SPÖ Frauen am Dienstagabend ins ega zu einem Themenabend mit Filmvorführung und anschließender Diskussion mit zwei Expertinnen in Sachen Gewalt an Frauen. Hermine Sieder vom Verein der Wiener Frauenhäuser und Filiz Karahasanoglu, Leiterin des ersten autonomen Frauenhauses in Istanbul "Mori Cati" berichteten aus ihrer langjährigen Arbeit mit Gewaltopfern und zeigten Probleme, aber auch Perspektiven im Kampf gegen häusliche Gewalt auf. Ebenfalls anwesend waren die Wiener SPÖ-Gemeinderätin Nurten Yilmaz, sowie die Wiener SPÖ-Frauensekretärin, Gemeinderätin Nicole Krotsch.****

Yilmaz kritisierte, dass viele konservative PolitikerInnen das Problem der häuslichen Gewalt noch immer ignorieren. "In Wien sehen wir die Notwendigkeit dieser Institutionen", bekräftigte die Gemeinderätin: "Die Opfer dürfen nicht alleine gelassen werden!" Im Gegensatz zu Istanbul, wo die Frauenhäuser, wie Karahasonuglu berichtete, mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, sind die vier Frauenhäuser in Wien zu 100 Prozent von der Stadt finanziert und mit einem jährlichen Budget von vier Millionen Euro ausgestattet. "Wir sind in Österreich und im speziellen in Wien in einer privilegierten Situation. Wien erfüllt sogar die Vorgabe des Europarates, pro 10.000 EinwohnerInnen einen Frauenhausplatz bereitzustellen", betonte Yilmaz. Schutz durch den Staat könne jedoch nur eine Notlösung sein, so die Gemeinderätin. Zur Prävention von Gewalt und für eine anhaltend gewaltfreie Familie bedürfe es vor allem der Aufklärung und einer gesellschaftlichen Stigmatisierung von Gewalt gegen Frauen.

Seit der Gründung des ersten Frauenhauses habe sich die Einstellung zu solchen Einrichtungen stark verändert, freute sich Sieder: "Heute würde in Wien keiner mehr den Nutzen von Frauenhäusern in Frage stellen. Da gibt es einen klaren gesellschaftspolitischen Konsens." Im konkreten Fall gebe es jedoch noch immer Versuche, das Problem herunterzuspielen, das so genannte "victim blaming"-Phänomen, eine Schuldzuweisung an die Frauen, tauche immer noch häufig auf. "Bei der Polizei ist uns schon sehr viel gelungen, hier gibt es eine große Bereitschaft zu lernen und das Thema häusliche Gewalt wurde auch schon in das Ausbildungsprogramm aufgenommen", lobte Sieder die gute Zusammenarbeit mit der Exekutive. Im Justizbereich sieht sie allerdings Nachholbedarf, der Strafgerichtsbarkeit fehle es häufig an Sensibilität für Gewaltopfer. Umso wichtiger sei die Arbeit des Verbandes der Wiener Frauenhäuser, der neben der akuten Krisenintervention durch Zuflucht in ein Frauenhaus zahlreiche Beratungs- und Begleitungsdienste anbietet. So gibt es seit kurzem auch eine Prozessbegleitung, die Frauen während eines eventuellen Gerichtsverfahrens rechtlich und psychologisch unterstützen soll.

Krotsch lobte "die gute und wichtige Arbeit" des Vereins der Wiener Frauenhäuser und bekräftigte, dass von Wien auch weiterhin "große Initiativen" ausgehen werden. So wurde beispielsweise kürzlich im Gemeinderat ein Vier-Parteien-Antrag eingebracht, die einstweilige Verfügung, ein wichtiges Instrument des Opferschutzes, von drei auf sechs Monate zu verlängern. Zudem werde ein neues Opferschutzprogramm, sowie eine verpflichtende Ausbildung zum Thema Gewalt im juristischen Bereich, wie sie bereits bei der Exekutive existiert, angestrebt. "Mit Justizministerin Maria Berger haben wir eine engagierte Kämpferin an unsere Seite. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir weitere Verbesserungen erzielen können", schloss Krotsch. (Schluss) lk

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