Sicher zu Fuß durch den Winter

Fußgänger müssen in der dunklen Jahreszeit mit erhöhtem Unfallrisiko rechnen. Grund hierfür sind schlechte Sicht, die Witterungsverhältnisse und dunkle Kleidung.

Wien (OTS) - Das Risiko als Fußgänger tödlich zu verunglücken steigt während der Wintermonate an: Laut Bundesministerium für Inneres sind allein in der Woche vom 26. November bis 2. Dezember 2007 vier Fußgänger in Österreich ums Leben gekommen.
Von den 339 Fußgängern, die in den vergangenen drei Jahren im Straßenverkehr getötet wurden, verunglückten 32 Prozent während der Monate November bis Januar. 51 Prozent der tödlich verletzten Fußgänger waren 60 Jahre und älter. Auch die Zahlen der Freizeitunfallstatistik zeigen ein hohes Unfallrisiko: So verletzten sich im Jahr 2006 rund 26.200 Fußgänger durch Stürze auf Glatteis, Eisplatten, Schnee und Matsch so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. "Schlechte Witterungsverhältnisse, schlechte Sicht und dunkle Kleidung sind die Hauptgründe für die steigende Unfallgefahr für Fußgänger. Sicherheitsmaßnahmen wie gute Beleuchtung und Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber auch festes Schuhwerk tragen dazu bei, das Unfallrisiko zu verringern", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Sichtbar ist sicher
Nicht nur das Glatteis kann den Fußgänger ins Rutschen bringen -Gefahren birgt vor allem die Dunkelheit. Zum einem sind Hindernisse, Eisplatten oder Schlaglöcher schlecht zu erkennen - aber vor allem der Fußgänger selbst ist für motorisierte Verkehrsteilnehmer wesentlich schwerer zu erkennen als bei Tageslicht. "Aus unseren Studien wissen wir, dass es bei Nacht eine deutlich geringere Anhaltebereitschaft der Fahrzeuglenker vor Zebrastreifen gibt als tagsüber", weiß Thann. Das gilt vor allem vor schlecht beleuchteten Zebrastreifen - hier ist die Anhaltebereitschaft um ein Drittel geringer als bei gut ausgeleuchteten Zebrastreifen. Hier ist eine regelmäßige Kontrolle der Exekutive gefragt und gegebenenfalls die Verbesserung der Beleuchtung. Damit der abendliche Heimweg oder Spaziergang für den Fußgänger unfallfrei bleibt, hilft helle Kleidung oder am besten Kleidung, die mit Reflektoren ausgestattet ist. "Ein Fußgänger, der Kleidung mit Reflektoren trägt ist für einen Autofahrer mit Abblendlicht bereits aus 150 Metern Entfernung zu sehen - ein dunkel gekleideter erst aus etwa 20 bis 30 Metern", erläutert Thann. Reflektierende Schultaschen oder leuchtende Anhänger machen den Weg auch für Schulkinder wesentlich weniger risikoreich, da es auf dem morgendlichen Weg zur Schule häufig noch dunkel ist "Zu mehr Sicherheit bei winterlichen Verhältnissen, können nicht nur Fußgänger mit entsprechender Kleidung beitragen, sondern auch die Exekutive, die die Beleuchtung der Straßen und Zebrastreifen kontrolliert; selbstverständlich auch der Fahrzeuglenker selbst, indem seine Geschwindigkeit den herrschenden Verhältnissen anpasst", erklärt Thann.

Glatte Gehsteige
Welcher Fußgänger kennt sie nicht, die ungeräumten und dann häufig eisglatten Gehsteige oder Straßen. Kein Wunder also, dass es hier am häufigsten zu Unfällen kommt. So zogen sich 2006 fast 60 Prozent (rund 15.200) der verunfallten Fußgänger ihre Verletzung auf Verkehrsflächen, wie Gehsteigen, Zebrastreifen und Straßen zu. An erste Stelle der Unfallorte steht mit rd. 7.300 (28%) der Gehsteig. Die Liste der Verletzungen führen die Knochenbrüche (58%) an, gefolgt von Sehnen- bzw. Muskelverletzungen und Prellungen.

Wer nicht räumt, der haftet
Übrigens, Haus- und Grundstückseigentümer sollten wissen, dass sie bei Schnee und Eis für die Säuberung von Gehsteigen, Gehwegen und Stiegenanlagen entlang ihres Grundstückes verantwortlich sind. Denn sollte sich ein Fußgänger auf einem ungeräumten Weg verletzen, haftet der Eigentümer!

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Dolores Omann
Marketing & Kommunikation
Tel.: 0577077-1904
E-Mail: dolores.omann@kfv.at

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