ÖAMTC: Mehrphasen-Fahrausbildung ist ein voller Erfolg

Mehr als jeder vierte Unfall eines Fahranfängers konnte dadurch verhindert werden

Wien (OTS) - Am 1. Jänner 2003 wurde mit der Mehrphasen-Fahrausbildung in Österreich eine wirksame und erfolgreiche Maßnahme zur Senkung der Unfallzahlen bei den Fahranfängern eingeführt. Durchschnittlich 28 Prozent der Unfälle mit Personenschäden konnten dadurch vermieden werden. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die Mehrphasen-Fahrausbildung ein voller Erfolg. "Durch die vermiedenen Unfälle wurden Unfallfolgekosten von knapp 300 Millionen Euro eingespart", erklärt Franz Wurz, Leiter der ÖAMTC-Fahrsicherheit und Mitglied der Mehrphasen-Kommission.

Bisher haben rund 340.000 Fahranfänger die Mehrphasen-Fahrausbildung absolviert. Im ersten Praxisjahr der Führerscheinneulinge konnte die Zahl der Unfälle mit Personenschäden um 28 Prozent reduziert werden, im zweiten Jahr des Führerscheinbesitzes waren es sogar 29 Prozent. Besonders erfreulich ist auch der Rückgang der Alleinunfälle bei männlichen Fahranfängern. Jeder dritte Unfall konnte bei dieser Personengruppe durch die Mehrphasen-Fahrausbildung verhindert werden.

Die Mehrphasen-Fahrausbildung beginnt nach der bestandenen Führerscheinprüfung mit einer Perfektionsfahrt, einem Fahrsicherheitstraining und einer zweiten, abschließenden Perfektionsfahrt. "Die Fahrsicherheitstrainings haben einen besonders positiven Effekt auf das Fahrverhalten der Führerscheinneulinge", erklärt der ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte. Die Inhalte der Mehrphasen-Trainings beruhen dabei maßgeblich auf der langjährigen Erfahrung des ÖAMTC. "Fahrsicherheit ist seit mehr als 20 Jahren unser Geschäft und unsere Erfahrungswerte sind direkt in die Trainings inkludiert", erklärt Wurz.

Jetzt geht es vorrangig um die Qualitätssicherung, Optimierung und Standardisierung der Ausbildung. Die Standards für Ausbildungsplätze und einheitliche Trainings für die Instruktoren und Fahrlehrer, die ihr Wissen an die Fahranfänger weitergeben, müssen gesichert und laufend verfeinert werden. In einigen Bereichen gibt es auch noch Verbesserungsmöglichkeiten im organisatorischen Ablauf der Ausbildung. "Etwa bei der Erinnerung der Führerscheinneulinge an die einzuhaltenden Fristen könnte man noch effektiver vorgehen", sagt der Leiter der ÖAMTC-Fahrsicherheit.

Österreichisches System ist auch im Ausland gefragt

Der Erfolg des österreichischen Systems wird auch von ausländischen Verkehrssicherheitsexperten beobachtet und hat Vorbildwirkung auf andere Staaten. Litauen zum Beispiel hat das österreichische System bereits kopiert und auch Slowenien und Kroatien haben sich auf ein Führerschein-Ausbildungssystem nach österreichischem Vorbild geeinigt. "Die Mehrphasen-Fahrausbildung funktioniert wunderbar, eine Übernahme dieses Modells durch andere Staaten ist daher nur zu begrüßen", erklärt der ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte.

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