Khol: Das Jahr 2008 muss wieder zu einem Bedenkjahr gestaltet werden!

Präsident Andreas Khol: Aufruf an alle guten Willens, den politischen Frieden im Land nicht zu gefährden

Wien, 01. Dezember 2007 (ÖVP-PD) „Das Jahr 2008 muss wieder zu einem Bedenkjahr gestaltet werden. Die Geschichte unserer Republik soll gemeinsam zwischen den großen Kräften des Landes in einer Weise aufgearbeitet werden, dass Brücken gebaut, nicht Gräben neu aufgerissen werden. Faschismuskeule und Marxismuskeule sollen, bitte, im Schrank fest wegsperrt bleiben. Der politische Friede im Lande ist ein kostbares Gut, es soll nicht durch tagespolitisches Geplänkel kleiner Geister gefährdet werden“, so der langjährige Nationalratspräsident Univ. Prof. Dr. Andreas Khol heute, nach den erneuerten Angriffen des Sekretärs der SPÖ samt Faschismusvorwurf auf die ÖVP. ****

Das Jahr 2008 beginnt in wenigen Wochen. Es ist geprägt von der Erinnerung an die Gründung und den Untergang der ersten Republik:
1918 die Gründung, 1938 der gewaltsame Anschluss an den nationalsozialistischen Verbrecherstaat des „Dritten Reiches“. Ich bitte alle verantwortungsbewussten Österreicherinnen und Österreicher den Weg der inneren Aussöhnung sowie des wechselseitig verständigungsbereiten Aufeinanderzugehen weiter zu verfolgen. Als wir im Jahre 2004 des unseligen, verhängnisvollen Bürgerkriegs im Jahre 1934 gedachten, gelang es dem damaligen 2. Präsidenten des Nationalrats und heutigem Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer und mir, eine von beiden großen Parteien gestaltete Bedenkveranstaltung im Parlament dazu abzuhalten: international anerkannte Wissenschafter referierten, viele Zeitzeugen nahmen teil, eine gemeinsame Publikation des Parlaments entstand. Ebenso haben wir beide im Jahre 2005 die politische Akademie und das Dr. Karl Renner-Institut mit der Durchführung einer Enquete im Parlament beauftragt, in der es um den österreichischen Widerstand von 1938 bis 1945 ging.

Die Äußerungen von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kalina diese und letzte Woche sowie heute bei der „Bundeskonferenz 2007 des Bunds Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer“ sind ein falsches Signal. Mit Friedrich Schiller möchte ich Kalina entgegen rufen: „Oh Freunde, nicht diese Töne!“ Die Antwort von ebensolcher Schärfe von der anderen Seite ist leicht vorstellbar („Demokratie, das ist nicht viel, Sozialismus ist das Ziel“) aber muss ebenfalls unterbleiben.

Ich bitte die Parteivorsitzenden und Regierungsspitzen inständig, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, und die notwendigen Vorkehrungen von Parlament und Regierung zu veranlassen, das Gedenkjahr 2008 zu einem neuen Bedenkjahr zu gestalten. Der innere Friede ist ein kostbares Gut. Wenn es möglich war im Jahre 2004, als sich ÖVP und SPÖ in Regierung und heftiger Opposition gegenüberstanden, eine Brücke zu bauen, so sollte dies doch heute, in der Großen Koalition umso leichter fallen.

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien
Tel.:(01) 401 26-420; Internet: http://www.oevp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVP0003