"KURIER"-Kommentar von Simon Kravagna: "Ein paar Werte bitte"

Ein Ethikunterricht ist okay - sofern er nicht ideologisch missbraucht wird.

Wien (OTS) - Gegen das Kaffeehaus kannst nicht konkurrieren. Ich sehe den Ethikunterricht nicht als Bedrohung, sondern als Chance". So argumentierte vor kurzem eine Lehrerin einer Schule, in der seit Jahren Ethik unterrichtet wird. Und zwar als Verpflichtung für all jene Schüler und Schülerinnen, die sich ab der fünften Schulstufe vom Religionsunterricht ins Café wechseln.
Genau dieses Modell, das bereits in Schulversuchen ausprobiert wird, will nun die ÖVP generell verwirklicht sehen. Wie immer kann bei den Vorschlägen einer Partei davon ausgegangen werden, dass auch ideologische Motive verfolgt werden. Klarer Gewinner dieses Modells ist nämlich der (katholische) Religionsunterricht, weil auch der beste Religionslehrer schwer mit einer Freistunde mithalten kann. So sinken die Abmeldungen vom Religionsunterricht, wenn verpflichtend ein Ethikunterricht zu absolvieren ist.
Unabhängig davon spricht viel dafür, Schüler nicht nur mit Mathematik und Geometrischem Zeichnen voll zu stopfen, sondern auch mit Werten, Toleranz, Menschenrechten und so weiter zu konfrontieren. Über die Auswahl und Ausbildung der Lehrer sowie den Lehrplan wird man aber schon noch genauer nachdenken müssen, bevor aus der Idee wirklich mehr werden kann.

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