"Professor Dr. Schneider stellt die wirtschaftspolitische Argumentation der Wirtschaftskammer auf den Kopf"

Landesrat Dr. Kepplinger zur volkswirtschaftlichen Analyse des Börsegangs der Energie AG:

Linz (OTS) - Das bisherige Kredo der neoliberal argumentierenden Wirtschaftskammer war, einen schlanken Staat mit niedrigen Steuern zu verlangen, weil der Staat ineffizient sei. Jetzt versucht der Linzer Ökonomie-Universitätsprofessor Dr. Schneider mit genau gegenteiligen Argumenten, nämlich mit der Effizienz öffentlicher Investitionen, zu beweisen, welche Heilserwartungen mit dem Börsegang der Energie AG verbunden sind.

Schneider's Kernaussage, ein abgesagter Energie AG Börsegang würde aufgrund dann ausbleibender öffentlicher Investitionen negative Wertschöpfungseffekte haben und damit rund 9.000 Arbeitsplätze kosten, hält keiner volkswirtschaftlichen Analyse stand.

Denn mit dem Börsegang der Energie AG werden lediglich öffentliche Investitionen in das Unternehmen durch private ersetzt. Damit der private Sektor diese Investition finanzieren kann, werden dort irgendwelche anderen Investitionen zu streichen sein. Dieser Effekt wird aber in Schneider's Analyse nicht einmal erwähnt.

Landesrat Dr. Kepplinger:
"Auch wenn ich sehr für einen starken öffentlichen Sektor eintrete, ist es nicht seriös, so wie Professor Schneider zu argumentieren, dass die aus dem Emissionserlös finanzierbaren öffentlichen Investitionen positive Wertschöpfungseffekte haben, und gleichzeitig die damit zusammenhängende Verringerung der Wertschöpfungseffekte aus verdrängten privaten Investitionen zu vernachlässigen.

Ich wundere mich sehr darüber, dass die Oberösterreichische Wirtschaftskammer diese ihrer bisherigen Argumentation diametral entgegenstehende Argumentation unterstützt. Damit erscheint künftig auch die permanente Forderung der Wirtschaftskammer, die Unternehmenssteuern zu senken, unter einem völlig neuen Licht."

Gänzlich in sich zusammen bricht Schneider's Analyse, wenn man auch die durch die Börsenotierung notwendige Dividendenerhöhung auf ca. 60 Millionen Euro pro Jahr mitberücksichtigt.

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