Bayr fordert Aufhebung des Patentschutzes zur Bekämpfung von HIV/Aids

Weltaidstag: Entwicklungsländer brauchen leistbare Medikamente

Wien (SK) - Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, nimmt den Weltaidstag am 1. Dezember zum Anlass, um ihrer Forderung nach leistbaren Medikamenten in Entwicklungsländern Nachdruck zu verleihen. "Der Patentschutz verhindert die Eindämmung der Pandemie HIV/Aids in Afrika", so Bayr eindringlich. "Mit fast 23 Millionen HIV-Infizierten ist Afrika südlich der Sahara am schlimmsten von der Immunschwächekrankheit betroffen!" ****

Bayr hat bereits im März dieses Jahres in einem offenen Brief an die deutsche Bundeskanzlerin in ihrer Eigenschaft als EU-Ratsvorsitzende gefordert, bei dem G8-Gipfel das den Patenschutz für pharmazeutische Produkte regelnde TRIPS-Abkommen (Trade Relatet Aspects of Intellectual Property Rights) dahingehend zu ändern, dass der Patentschutz in diesem Fall der dringenden Bedürftigkeit für die Entwicklungsländer Afrikas aufgehoben wird.

"Afrika braucht leistbare Medikamente!", ist Bayr überzeugt und betont, dass Aids-Medikamente für viele Kranke in Entwicklungs- und Schwellenländern zu teuer sind. Armen Ländern ohne eigene Pharmaindustrie muss gestattet werden, Patentschutz durch grenzüberschreitende Zugangslizenzen außer Kraft zu setzen. "Das TRIPS-Abkommen muss daher so umgestaltet werden, dass die Bedürfnisse der Armen und die Menschenrechte Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben", unterstreicht die SPÖ-Abgeordnete.

Laut UNAIDS ist die Situation in Afrika südlich der Sahara alarmierend: Die durchschnittliche Infektionsrate liegt bei etwa acht Prozent. In einigen Ländern sind mehr als 20 Prozent der Erwachsenen im Alter von 15 bis 49 Jahren infiziert. Swaziland ist der Staat mit der höchsten Infektionsrate auf der Welt: 33,4 Prozent der Bevölkerung sind HIV-positiv.

Im Parlament wird heute eine Veranstaltung zum Thema unter dem Titel "Parlament positiv!" stattfinden, die Petra Bayr initiiert hat und bei der auch Betroffene aus Swaziland und Tansania zu Wort kommen werden - ebenso wie ein Vertreter der bekannten Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen", der über den problematischen Zugang zu HIV-Medikamenten in Entwicklungsländern referieren wird. (Schluss) ps/mp

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