Mölzer: EU will Wüstengendarm spielen und erweist damit Europa einen schlechten Dienst

FPÖ-EU-Mandatar zu Tschad-Einsatz: Bei Friedenssicherung muß der Balkan absoluten Vorrang haben

Wien (OTS) - Wenn die EU um jeden Preis den Wüstengendarm spielen wolle, werde Europa ein denkbar schlechter Dienst, sagte der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer zum geplanten Tschad-Einsatz. "Nicht nur, daß der Bürgerkrieg im Tschad wieder aufflammt, auch sind die an der EUFOR-Mission beteiligten EU-Staaten offenbar nicht in der Lage oder nicht willens, das benötigte Material bereitzustellen", kritisierte Mölzer.

Es sei an sich zwar zu begrüßen, so der freiheitliche EU-Mandatar, wenn die Europäische Union auch mit militärischen Mitteln für Frieden, Ordnung und Sicherheit sorgen will. Aber warum das ausgerechnet im fernen Afrika geschehen soll, sei in keinster Weise nachvollziehbar. Denn für militärische Einsätze der EU zur Friedenssicherung müsse Europa, und hier sei vor allem der Balkan zu nennen, absoluten Vorrang haben, betonte Mölzer.

"Wie es im Kosovo weitergehen wird, kann heute niemand mit Sicherheit sagen. Nach einer möglichen Unabhängigkeitserklärung der Kosovo-Albaner kann die Region eine friedliche Entwicklung einschlagen. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, daß im südlichen Balkan blutige Auseinandersetzungen ausbrechen könnten", warnte Mölzer. Folglich müsse die EU gewappnet sein, zusätzliche Truppen in den Kosovo zu schicken. Da nun aber die möglicherweise benötigten Einsatzkräfte im Tschad gebunden sind, sei es der EU nicht mehr möglich, ihre eigentliche sicherheitspolitische Aufgabe zu erfüllen und am Balkan für Frieden zu sorgen. "Als einziger Ausweg bliebe dann, die Amerikaner um Hilfe zu rufen und sich damit in Abhängigkeit einer außereuropäischen Macht zu begeben", schloß der freiheitliche Europaparlamentarier.

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