Plassnik zu Gerichtsurteil in Saudi Arabien: "Frauenverachtendes Urteil keinesfalls vollstrecken"

Wien (OTS) - "Dieses grausame und frauenverachtende Urteil darf keinesfalls vollstreckt werden", erklärte heute Außenministerin Ursula Plassnik zur Verurteilung einer von mehreren Männern vergewaltigte Frau zu 200 Peitschenhieben und sechs Monaten Freiheitsstrafe durch das saudische Höchstgericht.

Plassnik äußerte die Erwartung, dass die vom saudischen Außenminister Prinz Saud al Faisal in Aussicht gestellte Überprüfung dieses Urteils auch tatsächlich zur raschen Aufhebung führen wird.

Österreich hatte im Verbund der EU bereits vor einigen Tagen im saudiarabischen Außenministerium für eine sofortige Aussetzung der Strafe interveniert. Bislang hat es aber noch keine positive Reaktion der saudischen Behörden gegeben.

"Diese Verurteilung ist nicht nur eine eklatante Verletzung der universalen Menschenrechte. Sie wirft auch ein zutiefst beunruhigendes Licht auf das Rechts- und Justizsystem in Saudi Arabien", erinnerte die Ministerin daran, dass Saudi Arabien der UNO-Konvention gegen Folter und andere grausame, inhumane und erniedrigende Behandlungen beigetreten ist. "Diese internationalen Grundverpflichtungen gelten universell. Menschen- und Bürgerrechte sind weder 'männlich' noch 'weiblich'. Da darf es keine religiös oder traditionell begründeten Abstriche oder Unterscheidungen geben."

"Auch für die gesellschaftliche Entwicklung Saudi Arabiens als bedeutende Regionalmacht gilt, was der Arab Human Development Report 2005 feststellt: ohne Einbeziehung der Frauen, wird es keine Renaissance der arabischen Welt geben", so Plassnik.

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