Neues Volksblatt: "Evangelium" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 29. November 2007

Linz (OTS) - Keine Frage: Auch der Bildungsbereich gehört einer Qualitätskontrolle unterzogen. Ob jede der unzähligen Studien gleich als Evangelium behandelt werden muss, ist freilich eine andere Frage. Aber es ist nun einmal so: Österreich steht vor der Verkündigung des Evangeliums nach PISA. Ehe diese nichtsdestotrotz umstrittene OECD-Bildungsvergleichsstudie nächste Woche vorgestellt wird, flatterte uns gestern die Lesestudie PIRLS ins Haus. Herausgefunden hatte man dabei bereits in früheren Durchgängen, dass beispielsweise Schüler mit der positivsten Einstellung zum Lesen auch die höchsten Durchschnittsresultate erreichten. Klingt ein bisschen nach Nona, und ist es auch. Genau solche Erkenntnisse sind es, die die Studien in der politischen Diskussion so vielseitig für oder gegen ein Bildungssystem verwendbar machen. Dessenungeachtet muss man manche PIRLS-Ergebnisse ernst nehmen. Deutlich schlechtere Lese-Leistungen von Migrantenkindern belegen, dass Sprachkenntnisse einzufordern sind. Zusätzliche Mittel für die sprachlich Frühförderung sind beschlossen, über eine allgemeine Kindergartenpflicht wird wohl wieder diskutiert werden.

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