"KURIER"-Kommentar von Simon Kravagna: "Hubschrauber gesucht"

Der Einsatz im Tschad zeigt wieder die militärische Schwäche Europas.

Wien (OTS) - Kein mulmiges, sondern ein gutes Gefühl" hat Oberst Heinz Assmann, Kommandant jener rot-weiß-roten Einheit, die in den Tschad gehen soll. Seine Leute seien für die Aufgabe perfekt ausgebildet und ausgestattet. Zudem spricht der Leiter für Spezialeinsätze aus, was in Österreich offenbar eine Ungeheuerlichkeit darstellt: Ja, natürlich gebe es Gefahren, "sonst bräuchte ja keine Truppe aufgestellt werden".
Ob und wie gut die Österreicher im Tschad ihre Aufgabe erfüllen, wird sich zeigen. Mehr als seinen Experten zu vertrauen, kann auch Minister Norbert Darabos nicht. Ohne Militär-Fachmann oder Afrika-Experte zu sein, ist jetzt allerdings bereits klar, dass die Bedingungen nicht ideal sind. Das hat nichts mit der rot-weiß-roten Truppe zu tun, als vielmehr mit der angeblich so zentralistischen EU.
Peinliches Faktum ist, dass die für viele Politiker und Bürger bereits viel zu mächtige EU nicht einmal genug Hubschrauber für den Einsatz im Tschad zusammenbringt. Sogar Transport-Flugzeuge müssen bei der Ukraine ausgeborgt werden. Bis das Material nicht in den Mitgliedsstaaten zusammengekratzt ist, bleiben auch die Österreicher in der Kaserne. Diese europäische Ohnmachtsdemonstration ist zum Fürchten.

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