Bundesarbeitskammer verlangt massive Investitionen in die Ausbildung Arbeit Suchender (6)

Kinz (OTS) - Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer (BAK) fordert, die Übergangsfrist zum Schutz des österreichischen Arbeitsmarktes bis 2011 zu verlängern und die Zeit bis dahin im Rahmen einer großen Qualifizierungsoffensive zur Senkung der Arbeitslosigkeit zu nutzen. Zusätzlich zu den bereits jetzt stattfindenden Qualifizierungen sollen jährlich 10.000 Fachausbildungen erfolgen. Bestehender Fachkräftebedarf soll so aus dem Inland gedeckt werden und nur dort, wo eine offene Stelle nicht durch eine Arbeit suchende Person - einschließlich von in Kürze eine Ausbildung abschließenden SchulungsteilnehmerInnen - besetzt werden kann, soll eine Zulassung von Fachkräften aus den Beitrittsländern vor 2011 möglich sein. Um die Qualifizierung wirklich effizient, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Arbeit Suchenden, samt anschließender Vermittlung durchführen zu können, muss die Zahl der BeraterInnen beim Arbeitsmarktservice (AMS) schon im Jahr 2008 um 150 und in den Folgejahren bedarfsgerecht aufgestockt werden.

Qualifizierungsoffensive
Zu den bereits beschlossenen 10.000 Fachkräfteausbildungen im Metallbereich sollen bis zu 10.000 weitere Plätze pro Jahr kommen -und zwar nicht vorfixiert auf bestimmte Branchen und Berufe, sondern flexibel orientiert am jeweiligen Bedarf der regionalen Wirtschaft und an den Potenzialen der Arbeit Suchenden. Besonderers Bedacht ist dabei auf arbeitsuchende Frauen, vor allem Wiedereinsteigerinnen, und auf ältere ArbeitnehmerInnen zu nehmen.

Übergangsfrist bis 2011
Nur unter der Voraussetzung, dass diese Qualifizierungsoffensive und die Umsetzung der Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen kommen, ist für die Hauptversammlung der BAK eine erleichterte Zulassung von Fachkräften aus den Beitrittsländern denkbar. Dabei wird ein ersatzloser Entfall der Übergangsfristen abglehnt. Auch das pauschale Öffnen von Wirtschaftssektoren, Berufsfeldern oder Qualifikationsebenen ist nicht zielführend. Die BAK verlangt - wie von den Sozialpartnern vorgeschlagen - eine Vorgangsweise, die in jedem Einzelfall prüft, ob ein bestehender Fachkräftebedarf nicht aus dem im Inland vorhandenen Potential abgedeckt werden kann. Nur wenn das AMS einen von einem Unternehmen gemeldeten Fachkräftebedarf in bestimmten definierten Mangelberufen nicht mit im Inland Arbeit Suchenden abdecken kann - auch nicht mit solchen, die unmittelbar vor dem Abschluss einer der beschriebenen Qualifizierungsmaßnahmen stehen -, soll das Unternehmen einen erleichterten Zugang zu einer Beschäftigungsbewilligung für eine entsprechende Fachkraft aus einem der neuen EU-Mitgliedstaaten erhalten. Als Mangelberuf gilt ein Beruf mit mindestens Lehrabschluss (also keine angelernte oder Hilfstätigkeit), in dem auf eine offene Stelle statistisch im letzten Quartal 1,5 Arbeitslose oder weniger gekommen sind. Das AMS erstellt die Liste der Mangelberufe, die quartalsweise erweitert wird.

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