Bundesarbeitskammer (3): Gemeinsame Schule muss für alle kommen

Antrag für Schulreform: Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer will ab 2012/13 gemeinsame Schule bis 14 als Regelschule

Linz (OTS) - Die gemeinsame Schule bis 14 muss in Österreich für alle kommen - nicht bloß als weiterer Schultyp, fordert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer in Linz. Flächendeckend kommen soll die neue Schule ab dem Schuljahr 2012/13, so die Hauptversammlung in einem Antrag zur Schulreform. Nach Auffassung der Bundesarbeitskammer spricht alles dafür, die Kinder nicht bereits schon mit neuneinhalb Jahren auf Hauptschule und Gymnasium aufzuteilen: Die frühe Aufteilung benachteiligt die Kinder von Eltern, die wenig verdienen und selber wenig lernen konnten. Und die internationalen Schulvergleiche bescheinigen Österreich mit seinem geteilten Schulsystem nicht nur einen großen Anteil an SchülerInnen mit schlechten Leistungen, auch die Spitzengruppe ist im Vergleich zu den besten Ländern sehr klein. Umgekehrt erbringen die SchülerInnen in jenen Ländern die besten Leistungen, in denen die Entscheidungen über den Bildungsweg spät fallen und auf individuelle Förderung gesetzt wird.

Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer erinnert in ihrem Antrag zur Schulreform an die Vorschläge der Sozialpartner, die erst unlängst in ihrem Konzept "Chance Bildung" für ein neuartiges Schulwesen im Rahmen der Schulpflicht eingetreten sind, in dem nicht die soziale Herkunft das Kriterium für den Bildungserfolg ist, sondern eine umfassende Entwicklung der individuellen Potenziale der Kinder und Jugendlichen ermöglicht wird. Der beste Weg, um die Benachteiligung von Kindern aus Elternhäusern mit weniger Einkommen und weniger guter Bildung zu beseitigen, ist nach Auffassung der Bundesarbeitskammer die gemeinsame Schule für alle Kinder jedenfalls bis zum Alter von 14 Jahren.

Dass die gemeinsame Schule bessere Leistungen mit Chancengleichheit verbindet, zeigt laut Antrag das Beispiel der besten Länder in den internationalen Schulvergleichen. Sie haben in ihrer überwiegenden Mehrheit Gesamtschulsysteme - mit individueller Förderung und ohne äußere Leistungsdifferenzierung. Überdies werden in diesen Ländern alle LehrerInnen auf Hochschulniveau mit starker pädagogischer Ausrichtung ausgebildet. Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer fordert auch für Österreich, dass die LehrerInnen generell an den Pädagogischen Hochschulen jeweils für Unterstufe, Mittelstufe und Oberstufe ausgebildet werden.

(Forts.)

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