Wohnraum muss leistbar bleiben

Bundesinnung Bau urgiert Förderungen und fiskalische Anreize für ökologisches Bauen im Rahmen der Steuerreform 2010 - Lahofer: "Flucht in die Schattenwirtschaft ist keine Lösung!"

Wien (PWK927) - Für 72% der privaten Bauherren, im Neubau sogar 82%, sind die hohen Baukosten der entscheidende Grund, einen Um- oder Neubau nicht mit offiziellen Bauunternehmen abzuwickeln. Dies zeigt eine aktuelle bundesweite Gallup-Umfrage unter Personen, die in den nächsten 3 Jahren den Neu- oder Umbau eines Ein- oder Zweifamilienhauses planen.

Insbesondere zur Erreichung der Klimaschutzziele ist entscheidend, dass die Eigentümer von privatem Wohnraum dazu motiviert werden, ihre Gebäude thermisch zu sanieren, und dass im Neubau auf Niedrigenergie-und Passivhausstandard abgestellt wird. Diese Vorgaben sind auch im Regierungsprogramm prioritär verankert.

Dabei sind die Baupreise seit 1990 nur um 51% gestiegen, obwohl die Baukosten im gleichen Zeitraum um 82% in die Höhe geklettert sind.

Einzelne, der in politischer Diskussion stehenden Anreize, wie Steuererleichterungen und Förderungen reichen lt. vorliegender Umfrage für sich allein nicht aus, um private Bauherrn zum Bauen mit legalen Bauunternehmen zu motivieren. Sie sind für 63% der Umbauer und 73% der Neubauer zu gering und an zu hohe Auflagen gebunden. Für jeden 10. Bauherrn kommt die offizielle Bautätigkeit sogar nur dann in Betracht, wenn sie nicht teurer kommt als das Bauen in Eigenregie und mit Nachbarschaftshilfe. Für 16% der Befragten würde hingegen ein Förderanteil von 20% der Auftragssumme - also in der Höhe des Mehrwertsteuersatzes - ausreichen, um sich für eine gewerbliche Bauausführung zu entscheiden. Insgesamt, so zeigt die Gallup-Untersuchung, bedarf es jedoch der Bündelung einer Reihe von Maßnahmen zur Kostensenkung, um gewerbliche Bauleistungen durch leistbare Baupreise aufzuwerten und den Baupfusch hintanzuhalten.

Im Schnitt gaben die Befragten an, dass die Ersparnis rund 35% betragen müsste, um die beabsichtigte Bauinvestition zur Gänze legal durchführen zu lassen.

Dabei ist es im Bereich des bautechnisch anspruchsvollen nachhaltigen Bauens unumgänglich, mit qualifizierten Bauunternehmen zu arbeiten, um tatsächlich die angestrebten Energieeinsparungen zu erreichen. Durch Pfusch oder unprofessionelles "do it yourself", so Bundesinnungsmeister Lahofer könne nicht nur der angestrebte Heizwärmebedarfswert verfehlt werden, sondern auch gravierende Bauschäden mit schwer reparablen Folgewirkungen wie z.B. Schimmelpilz oder Kältebrücken verursacht werden.

Nicht zuletzt waren laut Umfrage Gewährleistung und Haftung wichtige Argumente, um mit offiziellen Firmen zu arbeiten.

Die Bundesinnung Bau urgiert angesichts dieser Erkenntnisse die gezielte Berücksichtigung von fiskalischen Anreizen für energiesparendes und ökologisches Bauen im Rahmen der anstehenden Steuerreform. Denn, so Bundesinnungsmeister Ing. Johannes Lahofer, ohne eine nachhaltige Entlastung des Bauens werde der allein durch die angestrebten, bautechnisch aufwändigeren, ökologischen Bauweisen ausgelöste Kostenschub in der Höhe von 8 bis 12% die Schattenwirtschaft in den nächsten Jahren zusätzlich angeheizt. "Wer sich das legale Bauen nicht leisten kann, baut schwarz oder gar nicht!", bringt es Lahofer mit Hinweis auf die aktuelle Umfrage auf den Punkt und warnt vor einer weiteren Wettbewerbsverzerrung. "Fast jeder 2. schwarz umgesetzte Euro wird heute auf dem Bausektor verdient, womit die Schattenwirtschaft die größte Bedrohung für unsere 10.000 Baumeisterbetriebe und die 250.000 Arbeitnehmer, die von der Bauwirtschaft leben, darstellt!"

Fiskalische Anreize für ökologische Bauweisen, die Bindung der Wohnbauförderung an Dienstleistungsrechnungen sowie Vermeidung von Zweckentfremdung der Wohnbauförderung sind vorrangig, um leistbares Wohnen zu ermöglichen und damit die Attraktivität der Schwarzarbeit zu verringern. Die gezielte Förderung und steuerliche Begünstigung der thermischen Sanierung sowie energieeffizienter Bauweisen diene nicht nur der Erreichung der Klimaschutzziele, sondern erspare Österreich auch den Ankauf von Klimazertifikaten. "Vor diese Alternative gestellt, muss jedem einleuchten, so Lahofer, dass es intelligenter ist, in die heimische Bausubstanz zu investieren, als das Geld ins Ausland zu schicken."

Weiters werde die Bauinnung, in Kooperation mit dem Bankensektor, Modelle forcieren, um über gefördertes Eigenheimcontracting thermische Sanierungen zu finanzieren.

Um Bauen wieder leistbarer zu machen, spricht sich die Bauinnung neben der steuerlichen Absetzbarkeit für Bauinvestitionen auch für Zuschüsse zu Darlehensraten aus, was vor allem den niedrigeren Einkommensgruppen zugute kommen würde. (us)

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