Matznetter: Duale Lehrlingsausbildung erspart Steuerzahlern Geld

Bauer für Orientierungsphase bei Lehrberufen

Wien (SK) - "Sie leisten nicht nur etwas für ihre Betriebe, sie leisten auch etwas für die Gesellschaft", so der Staatsekretär für Finanzen, Christoph Matznetter, am Dienstag bei der Enquete "Perspektive Lehre" in Richtung der anwesenden Unternehmer. Er schätze es, dass in den Betrieben "mehr geleistet wird als Berufsausbildung", es werde von den Lehrherren auch Erziehungsarbeit geleistet. "Am Ende des Tages gibt es keine Alternative zur dualen Lehrlingsausbildung", unterstrich Matznetter. Gebe es diese Form der Lehrlingsausbildung nicht mehr und es würde lediglich in Schulen ausgebildet, käme dies dem Steuerzahler um ein Vielfaches teurer. ****

Im Rahmen der Enquete kam auch SPÖ-Wirtschaftssprecher Hannes Bauer zu Wort. Er bedauerte in seinem Statement, dass es in der letzten Regierungsperiode, mit Ausnahme des Blumbonus, zu Verschlechterungen bezüglich der Lehrlingsausbildung gekommen sei. In der jetzigen Regierung sei die Ausbildung von Jugendlichen ein Schwerpunkt, man könne es "gar nicht hoch genug anrechnen", dass es endlich zu Modellen wie der Ausbildungsgarantie komme.

"Natürlich hat das duale System Zukunft, es braucht aber Ergänzungen", so der SPÖ-Abgeordnete weiter. Er sprach sich für mehr überbetriebliche Kooperationen aus, des Weiteren sei man in Österreich "viel zu rigid" wenn man bei Lehrberufen wechseln wolle. In diesem Zusammenhang plädierte er für eine stärkere Orientierungsphase, damit die Jugendlichen den richtigen Beruf ergreifen. Bauer kritisierte auch, dass ein "zu zersplittertes Zuständigkeitssystem" in Bezug auf die Lehrlingsausbildung hemmend wirke. "Wir sollten uns auf die Ausbildung und nicht auf die Institutionen konzentrieren", bemerkte der Wirtschaftssprecher.

Bauer wies in seinem Statement auch auf die letzte Berufsolympiade hin. Österreich habe zwar gut abgeschnitten, jedoch würden andere Staaten, insbesondere Japan und Korea, schon bessere Leistungen erbringen. Man könne sich daher etwas "von den anderen Staaten abschauen", die bei diesem Wettbewerb gut abgeschnitten hätten. Hier gebe es Ausbildungen, die auf "Flächenberufe" hinziele, die Spezialisierung erfolge erst später.

"Was ich mir von den Unternehmern erwarte, ist, dass sie Lehrstellen schaffen", so ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer in seinem Redebeitrag. In Österreich habe die Anzahl der Lehrstellen zwischen 1995 und 2005 drastisch abgenommen, erläuterte Hundstorfer. "Ich lade alle ein, die Lerhlingsausbildung aktiv anzugehen." Neben politischen Maßnahmen brauche es auch eine "Imagekorrektur" der Lehre, so der ÖGB-Präsident. Man müsse endlich klar machen, dass eine Lehre genau soviel wert sei wie der Besuch einer AHS-Oberstufe oder einer HTL. Er plädierte dafür, mehr Lehrlinge zur Matura zu bekommen. "Wenn wir jetzt 10 bis 15 Prozent zur Matura bekommen, dann haben wir schon einen schönen Erfolg", so Hundstorfer.

Die Verlängerung der Schulpflicht um ein zehntes Schuljahr sei auch Thema beim ÖGB. Der Mangel an Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen bei manchen Lehrlingen sei bekannt, deshalb sei die Verlängerung der Schulpflicht sinnvoll. Zur Lehrlingsförderung und Blumbonus merkte Hundtorfer an, dass man wegkommen müsse von der Gießkanne hin zu einer qualitativen Förderung. Ein Betrag von 228 Millionen Euro stehe jährlich zur Verfügung für Lehrlingsfördermaßnahmen, diesen müsse man "für mehr Qualität einsetzen". (Schluss) sw

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