Informationsveranstaltung "Herausforderung Tschad"

Experten begrüßen einhellig Bundesheer-Einsatz

Wien (BMLV) - Beim heute stattgefundenen Symposium
"Herausforderung Tschad" vom Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement (IFK) der Landesverteidigungsakademie, referierten nationale und internationale Experten zur aktuellen Situation im Tschad. Ziel der Veranstaltung war es mittels einer versachlichten Debatte Informationen zu bieten. Die Veranstaltung stieß auf äußerst großes Interesse.

In seinen einleitenden Worten konstatierte Brigadier Walter Feichtinger, Leiter IFK, eine Zunahme der bewaffneten Konflikte und Katastrophen seit 1989. Er bezeichnete diesen Zustand als "sicherheitspolitisches Paradigma des 21. Jahrhunderts". Das Militär schaffe Sicherheit in der Krisenregion und damit die Voraussetzung für den Einsatz ziviler Organisationen, so Feichtinger.

Paul-Simon Handy, vom Institute for Security Studies/Pretoria, sprach von einer großen Komplexität der politischen Lage im Tschad und sah keinen direkten Zusammenhang zwischen der politischen Instabilität im Tschad und der Situation in Darfur. Die Situation der Flüchtlinge habe sich durch die Lage in Darfur verschärft, so Handy. Zudem sprach er von einem Nord-Süd Gegensatz, der in der Kolonialzeit geschaffen wurde und bis dato anhält. Durch das Engagement der EU hätte sich bereits im Vorfeld ein positiver Impuls ergeben, da es zwischen Regierung in N’Djamena und den Oppositionsgruppen schon zu ersten Gesprächen gekommen sei.

Der Generalsekretär des Rates der EU/Policy Unit, Michael Doczy, bezeichnete die Operation im Tschad als "wohldurchdacht und im Interesse der Europäischen Union und seinen Bürgern". Die EU habe bereits viel Erfahrung in Afrika sammeln können, trotzdem sei auch bei dieser Mission auf Kohärenz innerhalb der teilnehmenden Nationen zu achten. Doczy informierte darüber, dass Javier Solana über die Beteiligung Österreichs sehr froh sei.

Generalmajor Christian Segur-Cabanac betonte die unterschiedliche Sicherheitslage zwischen dem gefährlichen Grenzgebiet zur Krisenprovinz Darfur und dem Einatzraum des österreichischen Kontingents bei Abéché. Die Soldatinnen und Soldaten des Bundesheeres hätten den Auftrag die Sicherheit der Zivilbevölkerung und der Vertriebenen um die Flüchtlingslager zu gewährleisten. Zudem werde man medizinische Hilfe anbieten. Eine Präsenz in den Flüchtlingslagern und an der Grenze zu Darfur sei nicht vorgesehen, so Segur-Cabanac.

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