Dinkhauser verlangt WGKK-Kassasturz und Sanierungspaket

Man darf nicht länger zuschauen. Bittner und seine Genossen fahren das System an die Wand - Auf Kosten der Versicherten!

Innsbruck (OTS) - Der Tiroler AK Präsident und Vizechef des Hauptverbandes Fritz Dinkhauser sieht dringenden Handlungsbedarf im Zusammenhang mit der drohenden Pleite der Wiener Gebietskrankenkasse. "Seit Jahren warne ich bei jeder Besprechung, dass wir eine Systemänderung brauchen. Schließlich geht es um die Gelder der Versicherten, die uns anvertraut wurden. Mit diesen müssen wir sorgsam haushalten."

Nach den jüngsten Prognosen beläuft sich das Defizit aller Gebietskrankenkassen im Jahr 2007 auf insgesamt 405 Millionen Euro. In Wien alleine auf 140 Millionen.

Wenn Bittner behauptet, der RH sieht die Schuld beim Bund an der Finanzsituation, dann sagt er nur die halbe Wahrheit. Es wurden in den vergangenen Jahren nämlich zahlreiche Maßnahmen gesetzt, die den Kassen zusätzliches frisches Geld bescherten. Wie aus einer Berechnung des Hauptverbandes hervorgeht, erhielten die Gebietskrankenkassen von 2001 bis 2006 zusätzlich 2,16 Milliarden Euro zusätzliche Mittel (Tabaksteueranhebung, Beitragspflicht für Mitversicherte...), während sich die vom Rechnungshof angeführten Belastungen im selben Zeitraum auf 1,42 Milliarden Euro belaufen. Das, was Bittner hier in der Argumentation macht, ist nur die halbe Wahrheit.

Bittner soll nicht andere verantwortlich machen, er soll vor seiner Haustür kehren. Der aktuelle Rechnungshofbericht zeigt deutlich auf, wo es bei der WGKK krankt.

Dinkhauser fordert eine radikale Systemänderung. Leistungen müssen harmonisiert werden. Es darf nicht sein, dass einem Arzt in Wien für dieselbe Leistung mehr bezahlt wird als er in Oberösterreich bekommt. Dinkhauser: "Man kann niemandem erklären, dass z.B. eine Mammographie in Wien 76 Euro, in Oberösterreich 54 Euro kostet. Oder die Wiener GKK für einen "Befundbericht" 14,08 Euro zu berappen hat, während dieselbe Leistung in Oberösterreich nur die Hälfte kostet usw.. Insgesamt verursachten alleine die Tarifunterschiede laut Rechnungshof bei gleicher Leistung Mehrkosten von 27,9 Millionen Euro für die Wiener Gebietskrankenkasse. Dazu kommt, dass Wien eine viel höhere Facharztdichte hat und trotzdem mehr Patienten pro Facharzt betreut werden. Hier hat Bittner jahrelang einfach zugeschaut.

Alleine durch die höheren Kosten je Anspruchsberechtigtem bei der ärztlichen Leistung entstanden der Wiener Gebietskrankenkasse Mehrkosten von 155 Millionen Euro gegenüber der OÖGKK.

Auch bei den Heilmittelkosten zeigt sich ein ähnliches Bild.

"Die Tarifunterschiede müssen bundesweit harmonisiert werden, Der Hauptverband braucht stärkere Instrumente zur Koordination. Vertragsabschlüsse der Gebietskrankenkassen mit der Ärzteschaft von über 3% dürfen nicht kommentarlos zur Kenntnis genommen werden, wenn die Kassen es sich nicht leisten können."
Auch die Finanzierung des Hanusch-Krankenhauses stößt auf massive Kritik Dinkhausers. "Hier unterhält eine Kasse, die nahezu pleite ist ein Krankenhaus, für das eigentlich die Stadt Wien aufkommen müsste. Und alle Träger zahlen mit."

Der Tiroler will die Situation nicht länger hinnehmen. Jetzt ist Bittner gefordert. Auch die Politik darf sich nicht vor der Verantwortung drücken. Das System gehört nachhaltig reformiert. Man wird sich überlegen müssen, welche Position der Hauptverband in Hinkunft im Reigen der Träger hat.

Dinkhauser: "Jahrelang haben alle Beteiligten zugesehen und die warnenden Worte in den Wind geschlagen. Jetzt ist das System am Kippen. Bezahlen muss es letztendlich der Versicherte. Denn die 150 Millionen Finanzspritze für die Krankenversicherung, ohnehin nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, die kommende Woche im Parlament beschlossen werden sollen, müssen die Versicherten durch höhere Beiträge zahlen. Und auch die geplanten Einsparungen von weiteren 150 Millionen werden an den Versicherten ebenfalls nicht spurlos vorübergehen."

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