Forderungen der Filmwirtschaft um zu überleben. Offener Brief des Regieverbandes ADA an die Politik anläßlich der 'Initiative FILM TV' (per Postweg am 24.11.07 an die Ministerien geschickt)

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Gusenbauer, sehr geehrte Frau Bundesministerin Schmied, sehr geehrter Herr Finanzminister Molterer!

Österreich kann mit Stolz auf talentierte Film- und Fernsehschaffende blicken. Variety, eine der weltweit renommiertesten Filmzeitschriften, schrieb: "Forget about the Danish, watch out for the Austrians!." Dieses Statement ist in Anbetracht der schon lange anhaltenden desaströsen Finanzlage für die im österreichischen Film Arbeitenden besonders beachtenswert.

Auf Grund der ewig ausbleibenden Strukturreform des ORFs, dessen Vergabepolitik für die Filmwirtschaft grob fahrlässig ist und ganz besonders auf Grund einer skandalösen, weil teils zweckentfremdeten Rundfunkgebührenverteilungspolitik, die nachhaltig kulturpolitischen Schaden anrichtet, wird sich die von jeher bescheidene finanzielle Situation des heimischen Filmschaffens weiter verschlimmern. Wir fordern Sie auf, dieser Existenzbedrohung sofort und nachhaltig entgegenzuwirken.

Sollte sich das derzeitige Finanzierungsszenario, das die Politik der heimischen Filmwirtschaft gewährt, verschlechtern, wird dies unweigerlich zum Kollaps der gesamten filmischen Kreativszene führen. Bis zu drei Viertel der Filmproduktionen könnten wegfallen, da laufende Kosten nicht mehr gedeckt wären. Regisseure, Autoren und die gesamte weitere Kette an Mitschaffenden wären noch mehr als bislang in die Prekarität gezwungen und müssten weitgehend ihren Beruf aufgeben. Die repräsentative Speerspitze der international gewürdigten und erfolgreichen Filmschaffenden sähe sich zur Abwanderung veranlasst. Ein katastrophales Szenario also für das Kulturland Österreich. Entsprechend obliegt es der Politik diesen essentiellen Bestandteil der heimischen kulturellen Vielfalt und künstlerischen Identität zu sichern und ihm Langlebigkeit zu gewährleisten. Wir fordern Sie und Ihre Regierungspartner auf, die Rundfunkgebühren zweckgebunden in die Österreichische Film- und TV Wirtschaft fließen zu lassen.

Die Austrian Directors’ Association (A|D|A) beteiligt sich an der branchenübergreifenden Initiative Film TV und empfindet Ihren energischen Einsatz für den österreichischen Film und das österreichische Fernsehen - als zeitgemäßes Kultur-, Werbe- und Informationsgut des Landes - als äußerst dringlich.

Mit freundlichen Grüßen,
Dagmar Streicher (Obfrau), Werner Boote (Stvt) und Paul Poet (Schriftführer)

Im Namen des ADA-Vorstands

Die Austrian Directors Association, kurz A|D|A, ist der größte Österreichische Regieverband für Film, Video und neue Medien. Die fast 100 Mitglieder sind Regisseure aus den Bereichen Spielfilm, Werbe- und Auftragsfilm, Dokumentationen, Reportagen, Musikvideos, Installationen und Avantgarde. Das volle Spektrum der Regietätigkeit prägt unsere Arbeit. A|D|A ist stark vernetzt, so stellt die Association derzeit den Obmann im Österreichischen Dachverband für Filmschaffende und ist auch im Präsidium des Europäischen Regieverbands FERA tätig. A|D|A will eine ausgewogene Filmlandschaft, eine möglichst polypole Produzentenlandschaft und tritt für die wirtschaftliche und künstlerische Unabhängigkeit der Regisseure ein.

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Dagmar Streicher +43/660/2136050
Paul Poet +43- 69919562453
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