Seeber: Europaparlament wird ökologisch

Seit Oktober 100% erneuerbare Energie in den Brüsseler Parlamentsgebäuden

Brüssel, 27. November 2007 (ÖVP-PD) Als erste europäische und internationale Institution hat sich das Europäische Parlament heute verpflichtet, die Ziele des EU-Gemeinschaftssystems für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (Eco-Management and Audit Scheme, EMAS) zu erreichen. "Wir wollen nicht nur über Klima- und Umweltschutz reden, sondern selbst und aktiv etwas tun. Mit der heute unterzeichneten Verpflichtungserklärung strebt das Parlament die Erreichung konkreter Umweltschutzvorgaben an, die einen hohen Standard nachhaltiger Arbeit und Entwicklung an allen Arbeitsorten des Parlaments und für alle Mitarbeiter sicherstellen sollen", sagte der Umweltsprecher des ÖVP-Europaklubs, Dr. Richard Seeber, der sich besonderes darüber freut, dass auch österreichische Firmen ihren Beitrag zu einer grundlegenden Ökologisierung des Europaparlaments geleistet haben:
"Warmwasser wird beispielsweise in Brüssel bereits mit der Solartechnik eines Tiroler Unternehmens aufbereitet." ****

Die Arbeit des Europäischen Parlaments umfasst in umweltpolitischer Hinsicht verschiedenste Aspekte wie den Energieverbrauch für Heiz- und Beleuchtungszwecke, Abfall- und Abwasserproduktion, Papierverbrauch und die Umweltauswirkungen von Transportmitteln. Zu all diesen Aspekten erstellt das Europäische Parlament nun eine umfassende Umweltprüfung in Zusammenarbeit mit EMAS. Direkt nach dem EU-Frühjahrsgipfel, bei dem eine europaweite Reduktion der Treibhausgase um 20 Prozent bis 2020 beschlossen worden war, hatte das Parlament diese Herausforderung angenommen
und eine Studie in Auftrag gegeben, mit der der exakte 'CO2-Fußabdruck' des Parlaments gemessen werden soll. Auf Basis dieser Resultate setzt das Europaparlament nun konkrete Maßnahmen zur Verringerung seiner eigenen CO2-Emissionen.

"Bereits im Oktober wurden die Parlamentsgebäude in Brüssel und Luxemburg auf 100 Prozent 'grüne Elektrizität' umgestellt, Strassburg folgt als nächstes. Damit wird in allen Parlamentsgebäuden bald nur mehr Energie aus erneuerbaren Energiequellen verwendet - wir setzen ein klares Zeichen, dass es uns als Parlamentariern ernst ist mit konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz", sagte Seeber. Insgesamt hat sich das Parlament mit seiner heutigen Erklärung nicht nur dazu verpflichtet, seine CO2-Emissionen zu verringern, sondern auch Maßnahmen zu setzen um eine effiziente Verwendung von Energie, Wasser und Papier zu fördern, höchste Standards im Umgang mit der Abfallbehandlung einzuführen, in sämtliche Beschaffungsvorgänge Umweltstandards einzubringen und generell sämtliche Mitarbeiter und Abgeordneten des Parlaments zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den verfügbaren Ressourcen anzuhalten.

EMAS ist ein von den Europäischen Gemeinschaften 1993 entwickeltes Instrument für Unternehmen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 761/2001. EMAS geht jedoch über ein reines Managementsystem hinaus, denn die EMAS-Standards sehen auch vor, dass sich ein teilnehmender Betrieb über die umweltgesetzlichen Anforderungen hinaus verbessern soll. Bei EMAS sind in den Prozess der kontinuierlichen
Verbesserung der Umweltleistung daher auch alle Beschäftigten einzubeziehen. "Das dient der Identifizierung der Arbeitnehmer mit den Umweltschutzinteressen des Unternehmens und soll dafür sorgen, dass Umweltmanagement gelebt wird und nicht in Form ungelesener Handbücher im Schrank verstaubt", so Seeber. Das Europaparlament wird nun eine Umwelterklärung erstellen, in der die umweltrelevanten Tätigkeiten und die Daten zur Umwelt, wie Ressourcen- und Energieverbräuche, Emission, Abfälle etc. genau dargestellt werden. Diese Umwelterklärung ist öffentlich zugänglich. Die vorgelegten Dokumente sowie die Umwelterklärung werden von einem unabhängigen, staatlich zugelassenen Umweltgutachter beurteilt und in Folge validiert.

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