Grüne Wien enttäuscht: Keine weiteren Aktivitäten der Stadt Wien am Jüdischen Friedhof Währing

Schreuder: "Kompetenzstreitigkeiten gehen leider weiter"

Wien (OTS) - Im heutigen Umweltausschuss des Wiener Gemeinderats stand der Jüdische Friedhof Währing auf der Tagesordnung. Ein Antrag der Grünen Wien und der Wiener ÖVP, in der gefordert wird, das Stadtgartenamt möge die Pflege des Jüdischen Friedhofs Währing übernehmen, bis eine Lösung auf Bundesebene gefunden wird, wurde inhaltlich abgelehnt. Begründung: Mit dem laufenden Vorprojekt des Nationalfonds würde dies ohnehin geregelt werden.

Grün-Gemeinderat Schreuder kann diese Ablehnung nicht nachvollziehen:
"Mir ist nicht bekannt, dass der Nationalfonds über ein Gartenamt verfügen würde. Die Stadt Wien jedoch sehr wohl. Wir haben uns sehr gefreut, dass Stadträtin Sima heuer 120.000 Euro investiert hat, und das Stadtgartenamt somit die schwersten Schäden beseitigen konnte. Dafür bedanken sich die Grünen Wien auch ausdrücklich. Nur leider ist das keine nachhaltige Lösung. Im nächsten Frühjahr werden die Sträucher und Bäume wieder frei wuchern können. Wenn die Stadt Wien ihre Tätigkeiten aber einstellt, werden so wieder kulturhistorisch wertvolle Grabsteine zerstört werden."

Schreuder appelliert daher an die Stadt Wien, die Initiative zu übernehmen und von sich aus eine Lösung der nachhaltigen und professionellen Pflege des kulturhistorisch einzigartigen Areals anzubieten: "Dann wäre der Bund noch mehr unter Druck, eine endgültige Lösung zu finden. Das Washingtoner Abkommen betrifft ja alle jüdischen Friedhöfe Österreichs. Der Währinger Friedhof ist dabei der akute Notfall." Schreuder fordert einen Fonds, in den Bund, Länder und Gemeinden einzahlen, um die Pflege jüdischer Friedhöfe zu gewährleisten. "Immerhin funktioniert so eine Lösung in Deutschland seit den 50-er Jahren", so Schreuder abschließend.

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