AK zu Studienförderung: Zu wenig Verbesserungen für sozial schwächere und berufstätige Studierende

Ausbau von Sozialstipendien statt noch mehr Leistungsprämien notwendig

Wien (OTS) - "Insgesamt zu wenig Verbesserungen für berufstätige Studierende", sieht Johanna Ettl, Leiterin AK Bildungsabteilung im von Minister Hahn vorgelegten Vorschlag zur Novelle des Studienförderungsgesetzes. Der Hauptkritikpunkt ist der Wertverlust der Stipendien. "Bereits bei der letzten Novelle wurden die Stipendien, die nach sozialen Kriterien vergeben werden, zu wenig erhöht." Auch die Erhöhung der Einkommensgrenzen für die Beihilfenberechnung sei viel zu gering ausgefallen und müsste endlich an die reale Lohnentwicklung angepasst werden. Unter sozialen Gesichtspunkten unverständlich ist für Ettl auch die einseitige Erhöhung der Leistungsstipendien. "Leistungsstipendien sind nur Notenprämien, werden unabhängig von der sozialen Lage vergeben und kommen hauptsächlich Vollzeitstudierenden zu Gute." Gerade jene, die arbeiten müssen, um sich das Studium zu finanzieren und weniger Zeit zum Studieren haben, würden von der Erhöhung der Leistungsstipendien nicht profitieren. Ettl fordert daher die Anhebung der Einkommensgrenzen an die Lohnentwicklung und Mehrinvestitionen in die Unterstützung von berufstätigen Studierenden und Studierenden am zweiten Bildungsweg.
Für Menschen, die auf dem zweiten Bildungsweg studieren, sieht Ettl in der Novelle keine Verbesserungen. Hier bestehe aber dringender Handlungsbedarf: "Es ist nicht einzusehen, dass jene, die vor dem Studium schon gearbeitet haben, benachteiligt werden. Wer erst später zu studieren beginnt, soll auch länger das Recht auf finanzielle Unterstützung haben", sagt Ettl und fordert eine Anhebung der Altersgrenze für den Beihilfenbezug auf zumindest 40 Jahre. So könne man die soziale Durchlässigkeit erhöhen.

Um die soziale Durchlässigkeit im Studium zu erhöhen, fordert die Arbeiterkammer folgende Änderungen bei der Novelle der Studienförderung ein:

+ Die Anhebung der Einkommensgrenzen an die Lohnentwicklung seit 1999 und Anpassung des ArbeitnehmerInnenfreibetrags.
+ Mehrinvestitionen in die Unterstützung von berufstätigen Studierenden und Studierenden am zweiten Bildungsweg statt in sozial ungerechte Leistungsstipendien
+ Die Anhebung der Altersgrenzen für den Beihilfenbezug für beruftätige Studierende am zweiten Bildungsweg auf zumindest 40 Jahre.
+ Eine Schwerpunktsetzung auf die Förderung von sozial Schwächeren und berufstätigen Studierenden.
+ Verbesserungen beim Studienabschlussstipendium, z.B. Ersatz der Studiengebühren.

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