EU: Exporterstattungen für Schweinefleisch bereits ab Freitag in Kraft

Verwaltungsausschuss soll sie am kommenden Donnerstag beschließen

Wien (AIZ) - Die von EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel gestern im Agrarrat vorgeschlagenen Exporterstattungen für Schweinefleisch sollen bereits am Donnerstag dieser Woche im zuständigen Verwaltungsausschuss in Brüssel den Mitgliedstaaten zur Abstimmung vorgelegt werden und die Verordnung am Freitag, 30.11.2007, in Kraft treten, betonten heute Kommissionsexperten gegenüber dem AIZ. Wie berichtet, sollen die Exporterstattungen für Schlachthälften, Teilstücke und für Schweinebäuche gewährt werden und dazu beitragen, den nach wie vor unter Druck stehenden EU-Schlachtschweinemarkt zu entlasten. Wie aus Kommissionskreisen zu erfahren war, sind nicht alle Mitgliedstaaten für die Einführung der Exporterstattungen; massiv für dieses Marktinstrument hat sich vor allem Österreich unter Landwirtschaftsminister Josef Pröll ausgesprochen.

Die schwierige Marktlage auf dem EU-Binnenmarkt wurde bekanntlich durch ein größeres Schweineangebot verursacht, das zu stark rückläufigen Preisen führte, gleichzeitig stiegen die Futterkosten dramatisch an. Die Kommission beschloss daher eine Beihilferegelung für die private Lagerhaltung, die am 29.10.2007 wirksam wurde. Diese Maßnahme stieß auf großes Interesse der Marktbeteiligten. Bisher wurden Beihilfen für etwa 85.000 t beantragt, davon 16.000 t in Spanien, 14.000 t in Italien, 12.500 t in Dänemark und 12.000 t in Deutschland. In Österreich wurden nach Angaben der Agrarmarkt Austria bis 21.11. rund 3.000 t beantragt. Durch diese Lagerhaltung scheinen sich die Preise stabilisiert zu haben, jedoch haben sich heuer laut Kommission die Margen bei den Futtermittelkosten im Vergleich zum Durchschnitt des Zeitraumes 2002 bis 2006 um rund 65 bis 70% verringert.

Außerdem hat der starke Rückgang des US-Dollars die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Schweinefleisch-Exporteure gegenüber deren Hauptkonkurrenten USA, Kanada und Brasilien drastisch verschlechtert. Zur Behebung dieser Schwierigkeiten der EU-Schweineerzeuger ist aus Sicht der Kommission die Regelung für die private Lagerhaltung nicht ausreichend, daher hat sie sich nun doch entschlossen, Exporterstattungen für Schweinefleisch einzuführen. Diese sollen für Ausfuhren unabhängig vom Bestimmungsort gezahlt werden. Gleichzeitig soll die im vergangenen Monat eingeführte Beihilferegelung für die private Lagerhaltung ausgesetzt werden. In Österreich ist für die Abwicklung der Erstattungen die AMA zuständig. (Schluss) kam

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