Zukunftsdialog: Industrie für "Innovationsstrategie NEU"

.: IV als ´Anwältin des Standortes’ treibend bei F&E - Mehr als 62 Prozent der F&E-Ausgaben aus Unternehmenssektor

Wien (OTS) - Wien (PdI) Für eine "Innovationsstrategie NEU" sprach sich der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger heute, Dienstag, anlässlich des "Zukunftsdialogs Innovation" in Wien aus. Österreich habe in den vergangenen Jahren ein sehr gutes steuerliches Umfeld geschaffen und deutlich mehr investiert, um die Forschungsleistung kontinuierlich zu steigern. "Die Industrie war dabei treibend und hat in den vergangenen Jahren ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung deutlich erhöht. Vor dem Hintergrund, dass mehr als 62 Prozent der Ausgaben für Forschung & Entwicklung aus dem Unternehmenssektor und davon über 70 Prozent aus der Industrie kommen, werden wir dies auch in Zukunft sein. Dabei gilt es, sich an den Ländern zu orientieren, die vor uns liegen. Wir müssen dabei klüger, schneller und besser sein als unsere Mitbewerber. Innovation zählt zu den wesentlichsten Grundlagen für Wohlstand, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit", betonte Sorger.

Die gute Ausgangsposition Österreichs, geänderte Rahmenbedingungen und der dramatische Fach- und Schlüsselkräftemangel im Bereich F&E machten eine Nachjustierung der innovationspolitischen Ausrichtung und Schwerpunktsetzung unabdingbar. "Wir brauchen eine 'Front-Running-Strategie’ mit einem gemeinsamen Schulterschluss aller Stakeholder, um eine 'Innovationsstrategie NEU’ zu entwickeln", so der IV-Präsident. Diese Strategie müsse in Zeiten zunehmender Internationalisierung auf Kernkompetenzen fokussieren, "bei denen in Hochlohnländern heute noch über einen Vorsprung verfügen bzw. bei denen noch Verbesserungen möglich sind: Bildung als Fundament der Wissensgesellschaft und Nährboden für die Wachstumsmotoren Forschung und Innovation. Diese drei Bereiche sind Basis des Wohlstands in Europa", so Sorger.

Ein Hemmschuh für Wachstum gerade im Innovationsbereich seien in Österreich seit Längerem gravierende Engpässe bei qualifiziertem Personal. "Die Dringlichkeit der Lösung dieser Problematik nimmt dramatisch zu. Um Angebot und Auswahlmöglichkeiten für die Unternehmen zu erhöhen, brauchen wir eine substanzielle Zunahme an Graduierten besonders nachgefragter Studienrichtungen - v. a. das Potenzial von Frauen in Naturwissenschaften und Technik müssen wir noch viel stärker nutzen", betonte der IV-Präsident. Wissenschaftliche Exzellenz müsse in Österreich gehalten und durch selektive Anziehung und weltweite Rekrutierung von Top-Forscherinnen und Forschern ergänzt werden.

Besondere Bedeutung in Innovationsnetzwerken komme internationalen Leitbetrieben - Leading Competence Units, LCUs - zu. "Leitbetriebe spielen aufgrund ihrer starken in- und ausländischen Vernetzung auch im Innovationsbereich eine ganz besondere Rolle und sind überdurchschnittlich F&E-orientiert", so Sorger. Diese Betriebe seien damit originäre Ideengeber, die Wissen und Technologie nach Österreich "importieren". In Zeiten des zunehmenden internationalen Wettbewerbs und einer starken konzerninternen Konkurrenz um Forschungsstandorte werde dabei insbesondere die indirekte Forschungsförderung zur "Überlebensfrage für den F&E-Standort. Eine attraktive indirekte Forschungsförderung ist daher unabdingbar für eine weitere Stärkung des Standorts", betonte der IV-Präsident. Zur angewandten Forschungsförderung sagte Sorger, die FFG habe sich in den letzten Jahren als "äußerst bewährte Schnittstelle und professionell geführte Organisation zu deren reibungslosen Abwicklung etabliert. Um in diesem Bereich bis 2010 weitere Steigerungen zu ermöglichen, muss die budgetäre Bedeckung der Förderungen gesichert sein." Wesentlich für die Industrie sei, "dass der Wissenstransfer aus der Forschung hin zu neuen Produkten optimal gewährleistet wird", so Sorger.

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