Neues Volksblatt: "Kollaps" (von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 26. November 2007

Linz (OTS) - Die Finanzierung des heimischen Gesundheitssystems
ist schon jetzt eine gewaltige Herausforderung, sollten aber die Pläne der EU die freie Spitalswahl für planbare Operationen zu dem im Herkunftsland des Patienten geltenden Preis kommen, dann ist der Kollaps perfekt. Schon jetzt funktioniert die Abrechnung bei Notfällen mit den Krankenkassen der ausländischen Patienten bestenfalls schleppend. Die Außenstände sind hoch, wenn nicht gar uneinbringlich. Einen Massenansturm aus Ländern mit weniger guten Gesundheitssystemen - Österreich bietet Spitzenmedizin - wird man nicht bewältigen können. Schon jetzt werden die Behandlungskosten für heimische Patienten zunächst nicht zu 100 Prozent abgegolten, das zwangsläufige Defizit der Spitäler musste bisher primär von den Bundesländern abgedeckt werden.
Ein derartiger Eingriff seitens der EU hätte zwangsläufig eine Verschlechterung für die Versorgung der heimischen Bevölkerung zur Folge. Noch dazu, wo die Auswirkungen des deutschen Andrangs auf unsere Medizin-Studienplätze aufgrund einer EU-Regelung noch nicht ausgestanden sind. Die Nachwuchsprobleme werden uns spätestens bei der ersten bereits absehbaren Pensionierungswelle massiver beschäftigen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001