Bollmann: Umwelt und Effizienz sind Top-Themen der Verkehrswirtschaft

Flächendeckendes Netz von Biodiesel-Tankstellen sollen europaweit so rasch als möglich kommen

Wien (PWK906) - Die heimischen Verkehrs-Unternehmer haben schon frühzeitig Lösungen für einen nachhaltigen Ressourcenverbrauch gesucht, so Harald Bollmann, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKO bei der Netzwerkveranstaltung der Logistik Leitbetriebe im Hotel Imperial. Transport ist kein Selbstzweck, ganz im Gegenteil trägt er dazu bei, dass wir in einer arbeitsteiligen Wirtschaft unseren Lebensstandard als Hochlohnland halten können. Biosprit oder Spezialisierungen und bessere Zusammenarbeiten im Transportnetzwerk reduzieren Leerfahrten und erhöhen die Transporteffizienz, so Bollmann.

So überrascht auch nicht, dass z.B. die Tansportfimra Frikus schon bereits vor zehn Jahren begonnen hat, dem Lkw-Sprit Biodiesel beizufügen. Seit eineinhalb Jahren fährt der komplette Fuhrpark von 430 Einheiten mit Pflanzenöl. Dies ergibt jährlich eine Reduktion von über 30.000 t CO2. Wenn auch die Flottenumstellung höhere Kosten verursacht, so ist das mittelfristig ein Nullsummenspiel und langfristig ein möglicher Verkaufsargument. Es fehle jedoch ein europaweit flächendeckendes Netz von Biotreibstoff-Tankstellen. Die Firma Temmel Logistic aus der Steiermark hat im März dieses Jahres seine Jumbo-Transportflotte zu 100 % auf Biodiesel umgestellt und dafür auch seine Betriebstankstelle umgebaut.

Auch die Grazer Verkehrsbetriebe (GVB) als wichtiger regionaler Personenlogistiker fühlen sich seit vielen Jahren dem Umweltschutzes verpflichtet, die derzeit bestehenden Möglichkeiten von alternativen Treibstoffen im täglichen Einsatz im Linienverkehr zu analysieren, zu testen bzw. einzusetzen. Der Feldversuch bewies, dass beim regulären Einsatz im Betrieb (ca.273.000 km) kein erhöhter Verschleiß durch den biogenen Treibstoff gegeben war.

Mit Beginn des Jahres 2004 waren bereits 83 Prozent der Busflotte - unter Inanspruchnahme von EU-Fördermitteln - Biodiesel-angetrieben, wobei die letzten biodieselbetriebenen Busse 2006 angeschafft wurden. Heute fährt die ganze Grazer Flotte umweltfreundlich mit Biodiesel, das aus Altspeiseöl gewonnen wird.

Ab Ende 2005 wurde begonnen, die Flotte mit Partikeloxidationskatalysatoren auszurüsten. Interessanterweise hat sich dabei gezeigt, dass die Wirkung bei Verwendung von Biodiesel sogar besser ist als bei fossilem Treibstoff. Die Verbesserungen bei den Emissionen liegen nun bei den Kohlenwasserstoffen bei ca. 97 Prozent, bei Kohlenmonoxyd bei ca. 92 Prozent und bei der Partikelanzahl (Feinstaub) bei über 90 Prozent. Dies wurde bei realen Fahrzyklen von der TU-Graz gemessen. Somit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein zur Erhöhung der Umweltfreundlichkeit des Öffentlichen Verkehrs erreicht worden, resümiert Bollmann die erfolgreichen unternehmerischen Initiativen.

"Diese Beispiele zeigen, dass die Transportwirtschaft erfolgreiche Ansätze für in der Ökologisierung der Branche gefunden hat. Im Fall von Biodiesel fehlen europaweit aktuell leider die Möglichkeiten für eine erfolgreiche flächendeckende Umsetzung. Wir wünschen uns von der EU-Kommission entsprechende Vorgaben für eine rasche Verwirklichung dieses Themas, sodass an den Hauptverkehrsrouten eine problemlose Versorgung der LKW mit Biodiesel gewährleistet ist", betont Bollmann abschließend. (hp)

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