Wabl: Politik statt PR für die Ölmultis!

Wabl fordert konsequente Schritte für den Klimaschutz statt Eigenwerbung Hand in Hand mit der Ölindustrie

Wien (OTS) - Die österreichische Klimaschutzpolitik irrlichtert zwischen planloser Förderung und PR-Aktionen des verantwortlichen Ministers, kritisiert der Klimaschutzbeauftragte Andreas Wabl. Die inkonsequente Umweltpolitik der letzten Jahre hat bekanntlich dazu geführt, dass Österreichs Emissionswerte mittlerweile 36 % über den Kyoto-Zielen liegen. Um diese doch noch zu erreichen, müssten inzwischen theoretisch entweder die heimische Industrie stillgelegt, die Inbetriebnahme von Pkw und Lkw untersagt oder das Heizen im Eigenheim unterbunden werden. Das könne niemand wollen, so Andreas Wabl: "Pröll ist nicht für die Zögerlichkeit seiner Vorgänger verantwortlich zu machen. Aber statt die bisherigen Fehlleistungen zu korrigieren setzt er sie fort. Der Umweltminister inszeniert sich als tapferer Streiter für den Klimaschutz, tatsächlich betreibt er wie seine Amtsvorgänger in erster Linie Selbstvermarktung."

Jüngste Peinlichkeit des "Umwelt"-Ministers Pröll: Anlässlich der Europameisterschaft 2008 vergibt Pröll neuerdings den "Grünen Ball" für Verdienste um den Klimaschutz - Preisträger ist ausgerechnet der Erdölmulti BP. Dazu Wabl: "Während jedes Kind weiß, dass uns in erster Linie der Erdölverbrauch in die verheerende Lage gebracht hat, in der wir stecken, tut BM Pröll so, als ob es ‚guten’ und ‚schlechten’ Erdölverbrauch gäbe. BP verdient den jährlichen Konzernumsatz von 140 Milliarden Dollar mit dem Klimakiller Nummer eins, mit Erdöl. Im Unterschied zu anderen Konzernen hat BP aber erkannt, dass die eigene Marke von einem umweltbewegten Image profitiert und hängt sich daher bei jeder Gelegenheit ein grünes Mascherl um. In Norwegen wurde bereits ein Gesetz verabschiedet, das den Versuch untersagt, den Eindruck zu erwecken als gäbe es so etwas wie einen umweltfreundlichen Erdölverbrauch. Nicht so in Österreich, hier assistiert der Umweltminister höchstpersönlich beim PR-Gag des Ölmultis, der öffentlichkeitswirksam verkündete, künftig 1,5 Cent (!) jedes verkauften Liters seines vermeintlich innovativen Diesels für die Gute (Klima-)Sache zu spenden.

"Wir brauchen keine Abfolge von Showeinlagen, die jedem Oppositionspolitiker Ehre machen würden, sondern endlich eine konsequente Klimaschutzstrategie mit transparenten, regelmäßig evaluierten Benchmarks", schloss Wabl.

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