Seeber: 'Made in Europe' ist reine Schnapsidee

Europaparlament wird Abschaffung der nationalen Herkunftsbezeichnung nie zustimmen

Brüssel, 21. November 2007 (ÖVP-PD) Kritisch äußerte sich heute der Konsumentenschutzsprecher des ÖVP-Europaklubs im Europäischen Parlament, Dr. Richard Seeber, zu den bekannt gewordenen Plänen von EU-Kommissar Kyprianou, nationale Herkunftsbezeichnungen durch ein einheitliches EU-Siegel zu ersetzen: "Das ist der falsche Weg. Die Kommission kann nicht Wasser predigen - und den Reichtum der Regionen und den Feinkostladen Europa loben - und dann Wein trinken. Eine einheitliche EU-Herkunftsbezeichnung wird den Ansprüchen der Konsumenten in der EU und weltweit nicht gerecht. Wo Wein aus Österreich, Käse aus Tirol oder Äpfel aus der Steiermark drin sind, muss das auch klar draufstehen. Alles andere ist eine Verfälschung", so der Tiroler ÖVP-Europaparlamentarier. ****

Er, Seeber, könne sich jedoch nicht vorstellen, dass ein solcher Kommissions-Vorschlag jemals im Europäischen Parlament eine Zustimmung finden würde: "Das Europäische Parlament nimmt gerade in der Frage des Konsumentenschutzes und der Verbraucherinformation seine Aufgabe sehr ernst. Wir wollen einen Mehrwert für die Menschen schaffen und diese Idee ist vom Mehrwert so weit entfernt wie ein Schmelzkäse-Eckerl vom echten Tiroler Bergkäse. In dieser Frage entscheidet das Europäische Parlament gleichberechtigt mit dem Ministerrat. 2004 ist eine ähnliche Idee bereits gescheitert, es wird diesmal nicht anders sein", ist Seeber zuversichtlich.

"Die fast schon Pawlow'sche hysterische Reaktion von BZÖ und FPÖ auf den noch nicht einmal vorgelegten Plan ist jedoch wie üblich weit übertrieben und vermischt Fragen der Herkunftsbezeichnung mit Qualitäts- und Produktionskriterien, die in keinem Fall beeinträchtigt würden. Natürlich werden Qualitätsstandards nicht ausgehebelt", betonte Seeber. Dennoch sei die Uneinsichtigkeit mancher EU-Kommissare, auf die Befindlichkeit der Bürgerinnen und Bürger der Union besser einzugehen, sehr bedauerlich. "Wenn die Kommission es nicht schafft, ihre Arbeit mit den Anliegen der Menschen in Einklang zu bringen, dann wird auch dieser Vorschlag ein sehr schnelles und unrühmliches Ende finden. In jedem Fall ist Kommissionspräsident Barroso jetzt gefordert, seinen Kollegen Kyprianou schleunigst einzubremsen", so Seeber abschließend.

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