VP-Umweltminister Josef Pröll in NEWS: "Die Koalition hat einen Kanzler, der lieber spaltet, als eint."

Wien (OTS) - In einem Interview in der aktuellen Ausgabe von NEWS kritisiert VP-Umweltminister und Regierungskoordinator Josef Pröll Bundeskanzler Alfred Gusenbauer scharf: "Diese Koalition hat einen Kanzler, der mehr moderiert als führt, und lieber spaltet als eint."

Auf den rot-schwarzen Dauerstreit angesprochen, erklärt Pröll:
"Ich war stets ein Freund der großen Koalition. Ich muss jetzt ernüchtert feststellen, dass vieles nicht so gekommen ist, wie ich es mir gewünscht hatte. Die Aufgabe dieser Koalition ist es, gemeinsam große Lösungen zu finden. Dieses kleinliche Hickhack geht mir auf die Nerven."

Dass Alfred Gusenbauer nun einen "Pensionistenbrief" geschrieben hat, indem er die roten Leistungen für Pensionisten anpreist, erzürnt Pröll: "Den Kuchen, den Gusenbauer hier verteilt, hat Wolfgang Schüssel gebacken. Gusenbauer hat nichts zum Aufschwung beigetragen. Daran ändern auch teure Briefe nichts. Die Österreicher wissen: Hüte Dich vor den Sozialisten, wenn sie Dir Geschenke machen. Die Rechnung ist schneller zu zahlen als man glaubt."

Aber der VP-Vizechef steht auch weiter zu seiner Linie in Sachen Offenlegung der Nebengagen von Abgeordneten: "Natürlich trete ich weiterhin für eine Offenlegung der Bezüge ein."

Auf die Frage, dass er damit weiterhin im Widerspruch zu VP-Klubchef Wolfgang Schüssel stehe, der eine Offenlegung ablehnt, kontert Pröll: "Man muss auch in der eigenen Partei zu seiner Meinung stehen. Wer den Widerspruch in einer großen Partei nicht pflegt, wird sich auf das minimale Niveau der Grünen und Freiheitlichen reduzieren."

Pröll nimmt auch Stellung zur Kritik am großen Umweltgipfel im Dezember, der just in Bali stattfindet: "Ich halte die Einladungspolitik der UNO für falsch. Anstatt in Bali hätten wir uns an einem der UNO-Sitze in New York, Genf oder Wien treffen können. Klar ist: Ich werde nur drei Tage dort sein, und ganz sicher nicht baden. Wir werden für den Klimaschutz kämpfen - in Anzügen, nicht in Badehosen."

Und Pröll kündigt angesichts der Kritik an seiner "Fernreise" erstmals an: "Ich kündige Ihnen an, dass wir die CO2 Ausstoßmenge der Delegation für diesen Flug kompensieren werden und für Klimaschutzprojekte in Österreich investieren wird. Das werden wir künftig für alle Reisen außerhalb Europas machen."

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