Ettl: Dach-Hedgefonds und offene Immobilienfonds besser absichern

Wien (SK) - Eine aus dem Jahr 1985 stammende Richtlinie zur Anlage von Wertpapieren führte zu einem großen und wachsenden Markt der Privatkunden-Fonds in der EU. Gleichzeitig wurden die Regeln und damit die Sicherheit für Verbraucher und Anleger verbessert. Allerdings sind alternative Anlagen, wie offene Immobilienfonds und Dach-Hedgefonds, davon nicht berührt. In einem Bericht, der heute im Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments abgestimmt wurde, fordern die Abgeordneten nun, dass die Überarbeitung der Richtlinie, die im kommenden Frühjahr beginnen soll, diese Lücke schließen muss. "Alternative Wertanlagen haben in den letzten Jahren stark an Attraktivität gewonnen. Gleichzeitig sind sie immer noch größtenteils ungeregelt, was immense Gefahren in sich birgt", so der SPÖ-Europaabgeordnete Harald Ettl, der als Schattenberichterstatter maßgeblich an der Ausarbeitung der Initiative beteiligt war. ****

"Der Bericht spricht sich dafür aus, dass alternative Anlagen ebenfalls in die Richtlinie aufgenommen werden müssen. Einerseits steigt dadurch die Attraktivität der Fonds, die - einmal in einem Mitgliedstaat zugelassen - in allen Mitgliedstaaten angeboten werden können. Gleichzeitig bietet die Richtlinie den Verbrauchern einen verbesserten Schutz", so Ettl am Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Der SPÖ-Europaabgeordnete bedauert allerdings, dass ein von ihm eingebrachter Änderungsantrag, der sich mit der Einrichtung einer EU-Finanzmarktbehörde befasst, nicht angenommen wurde. "Wir benötigen mehr Transparenz beim Umgang mit Risikoanlagen. In einem ersten Schritt habe ich einen Lead Supervisor vorgesehen, der danach von einer Finanzmarktaufsicht auf EU-Ebene, die am besten direkt bei der Europäischen Zentralbank angesiedelt sein sollte, abgelöst werden könnte. Die EZB besitzt immer noch die beste Übersicht. Alternative Anlagen haben längst die Staatsgrenzen überschritten, die Aufsicht muss diesen Schritt ebenfalls unternehmen", fordert Ettl.

Ettl weist auf eine weitere problematische Entwicklung im Bereich der Fonds hin. "In einigen Mitgliedstaaten, etwa in Luxemburg und zukünftig wohl auch in Deutschland, werden von Gesellschaften Garantiefonds aufgelegt, die den Kapitalerhalt garantieren. Diese können auch in anderen Mitgliedstaaten vertrieben werden. Während die Verbraucher auf die Garantien vertrauen, sind die Fonds durch gar keine oder nur geringe Eigenkapitalausstattung gedeckt. Die kürzliche Krise am US-Hypothekarmarkt hat gezeigt, welche Gefahren ein solches Vorgehen in sich birgt", warnt Ettl, der in diesem Zusammenhang geeignete Vorschläge für Maßnahmen von der EU-Kommission erwartet:
"Eigenmittelanforderungen wäre eine solche Möglichkeit. Wichtig ist, dass der Konsumentenschutz im Mittelpunkt stehen muss."

Zur Stärkung des Anlegervertrauens schlägt Ettl außerdem vor, dass alle Kapitalgesellschaften, sich in Zukunft an die Regelungen der corporate governance ihres Sitzlandes und der EU halten müssen. "Die Regelungen beinhalten klare Vorschriften für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung, etwa die Führungs- und Überwachungsfunktion von Vorstand und Aufsichtsrat und für mehr Transparenz. Nur so kann das Vertrauen der Anleger gestärkt werden", erläutert Ettl abschließend. (Schluss) wf/mm

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