Chemie & Ausbildung - eine reaktionsfreudige Verbindung

Forderungen: Erhöhung der Zahl der Chemiestunden, stärkere Begabtenförderung sowie adäquate Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte

Wien (PWK901) - Die Chemische Industrie ist mit über 40.000 Beschäftigen und Investitionen von über 400 Mio. Euro in Forschung & Entwicklung ein Schlüsselfaktor für Österreichs Wirtschaft. Doch steigende internationale Konkurrenz, vor allem Asien mit China und Indien, sowie eine Stagnation beim Angebot an qualifiziertem Personal (Facharbeiter und Akademiker) am heimischen Markt sind Signale, denen sich der Chemiestandort Österreich nachhaltig stellen muss.

Das schlechte Abschneiden Österreichs bei der letzten PISA-Studie gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern (von Platz 8 auf Platz 20) und die Ergebnisse der aktuellen OECD-Bildungsstudie hinsichtlich der österreichischen Akademikerquote bestätigen den Handlungsbedarf. Die naturwissenschaftlichen Fächer und insbesondere der Chemieunterricht sind im Vergleich zu anderen Fächergruppen immer noch unterrepräsentiert. In den ersten vier Jahren Unterstufe erhalten die 10 - 14 Jährigen lediglich zwei Wochenstunden, in vielen Fällen sogar nur eine Woche Chemieunterricht. Somit fehlt den Schülern die Möglichkeit, sich mit Chemie auseinander zu setzen und ein Grundwissen anzueignen. Die Schüler sind grundsätzlich begabt und interessiert, doch muss dieses Interesse auch geweckt und gefördert werden. Dass dies funktionieren kann, zeigt das hocherfreuliche Abschneiden der vier heimischen Teilnehmer bei der diesjährigen Internationalen Chemieolympiade in Moskau. Alle vier österreichischen Schüler konnten eine Medaille erringen. Solch positive Beispiele sind aber nur dann möglich, wenn engagierte Lehrer Förderunterricht anbieten und auf die speziellen Interessen eingehen.

Die chemische Industrie muss sich heute mit dem Thema "Mitarbeiterrekrutierung" auseinandersetzen, denn aufgrund der langen Vorlaufzeiten sind bildungspolitische Maßnahmen schon jetzt einzuleiten.

Zu den wichtigsten Prioritäten der chemischen Industrie zählen:

  • Naturwissenschaftlicher Unterricht bereits ab der Volksschule
  • Erhöhung der Zahl der Chemiestunden, insbesondere in den Unterstufen der AHS und Hauptschulen
  • spezielle Begabtenförderung,
  • adäquate Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte,
  • adäquate Ausstattung der Schulen. (us)

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Fachverband der chemischen Industrie
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Fax: (++43) 0590 900-280
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