Österreichs Apotheken brauchen Schutz vor Markt

ÖVP-Europaklubobmann Karas unterstützt Anliegen der österreichischen Apothekerschaft in Brüssel / Bachleitner-Hofmann: "Arzneimittel sind keine Konsumgüter"

Wien (OTS) - Österreichs geordnetes Apothekenwesen steht auf dem EU-Prüfstand. Die EU-Kommission hat bekanntlich ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik Österreich eingeleitet, eine erste Entscheidung ist schon Anfang Dezember möglich. Es geht dabei um die Beschränkungen des Fremdbesitzes und ein Mehrbesitzverbot von Apotheken. Die EU-Kommission kritisiert geltendes österreichisches Recht.

"Wird von Brüssel aus liberalisiert, befürchten wir schwere Auswirkungen auf das österreichische Gesundheitswesen. Jetzt selbständige und unabhängige Apotheken kommen dann an das Gängelband internationaler Ketten und Konzerne, die nur auf Profit aus sind und das Arzneimittel zum Konsumgut erklären. Das geht letztlich auf Kosten der Volkswirtschaft und der Volksgesundheit", warnte Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann, Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes gestern, Dienstag, auf einer Konferenz der europäischen Pharma-Großhändler, kurz GIRP in Brüssel.

Freiberufliche und unabhängige Apotheker sind in erster Linie Arzneimittel-Experten und keine Kaufleute, so Bachleitner. Aufgabe des Apothekers sei es nicht, eine besonders gewinnbringende, sondern eine ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung sicherzustellen. Und zwar flächendeckend, rund um die Uhr, sonn- und feiertags, so der Apothekerverbands-Präsident.

Kräftige Unterstützung für die Anliegen der österreichischen Apothekerschaft kommt aus dem Europäischen Parlament. "Geschützt werden, um schützen zu können", brachte es Mag. Othmar Karas MEP, Vizepräsident der EVP-ED Fraktion und Obmann des ÖVP-Europaklubs im Europäischen Parlament, bei einem Informationsaustausch mit Bachleitner-Hofmann am Rande der Pharma-Großhändler-Konferenz auf den Punkt. "Der Schlüssel ist der Verbraucherschutz", so der ranghöchste ÖVP-Politiker in der EU-Hauptstadt.

Österreichs Apotheken bräuchten einen Schutzmechanismus vor dem Markt, um ihrerseits wieder die Kunden schützen zu können, so Karas. Gemeinwohlaufgaben und die Versorgung der Bevölkerung - auch im ländlichen Raum - könnten nicht den Bestimmungen des freien Markts unterliegen, so Karas abschließend.

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