Espressomaschinen im Test: Teures Kaffeevergnügen

Kapselgeräte auf der Überholspur. Risiko bei Nickel-Allergie

Wien (OTS) - Spieglein, Spieglein an der Wand, welche Espressomaschine macht die schönste Crema im ganzen Land? Um das herauszufinden, haben die "Konsument"-Tester neun Vollautomaten und sechs Kapselgeräte auf Herz und Nieren geprüft. Aber weil es bekanntlich nicht nur auf Äußerlichkeiten ankommt, wurden neben der feinen Schaumkrone auch der Geschmack des Kaffees und die Handhabung der Geräte ins Visier genommen.

Für so manchen Kaffeeliebhaber ist das "Konsument"-Ergebnis bitter, zumindest was den Preis betrifft: "Egal ob Kapselmaschine oder Vollautomat: Die Kaffeezubereitung mit diesen beiden Systemen ist ein kostspieliges Vergnügen", informiert Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Zwischen 300 und 1.200 Euro muss man für die Kaffeesiederei zuhause investieren, wobei die Preisunterschiede innerhalb der jeweiligen Systeme enorm sind. Floss rät: "Wer oft Kaffee trinkt und ihn in all seinen Varianten liebt, greift am besten zu einem Vollautomaten. Wer sich dagegen nur hin und wieder eine Tasse genehmigt, fährt mit einem Kapselgerät günstiger." In puncto Geschmack konnte erstmals eine Kapselmaschine die meisten Punkte absahnen: "DeLonghi Nespresso Le Cube EN 185.M" überzeugte mit sehr gutem Espresso und der stabilsten Crema im Test. Damit verweist das Modell auch im Gesamtergebnis die Konkurrenz auf die Plätze.

Marktführer im Test

"Konsument" hat neun Vollautomaten und sechs Kapselgeräte unter die Lupe genommen, die beiden Systeme sind mehrheitlich in heimischen Haushalten anzutreffen.

Neun auf Kaffee geschulte Tester beurteilten den Espresso auf sensorische Fehlerfreiheit in Crema, Geruch, Geschmack, Mundgefühl und Nachgeschmack. Bei der Zubereitung wurden unter anderem die Zubereitungszeit des Kaffees und die Qualität des Milchschaums beurteilt. Ein Viertel der möglichen Punkte konnten die Testkandidaten bei der Handhabung erreichen, wenn die Gebrauchsanleitung verständlich und Bedienung sowie Reinigung einfach waren. Bewertet wurden zudem die Umwelteigenschaften, der Schadstoffgehalt und die Sicherheit der Geräte.

1:0 für die Kapsel

Die Antwort auf die Frage nach der besten Crema im ganzen Land ist eindeutig: "DeLonghi Nespresso Le Cube EN 185.M" (baugleich mit "Turmix TX 250"). Das Kapselgerät liefert als einziges im Test besonders stabile, haselnussbraune Crema und sorgt für ein intensives Geschmackserlebnis auf der Zunge. Damit hat erstmals ein Espresso aus der Kapsel gegenüber Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen die Nase vorn. Dennoch: Insgesamt schmeckt der Espresso aus den getesteten Vollautomaten fast durchwegs "gut", bei der Hälfte der Kapselmaschine landet nur "durchschnittlicher" Kaffee in der Tasse.

Kaffeegenuss mit Risiko

Nicht nur bei der Suche nach dem besten Muntermacher wurden die "Konsument"-Tester fündig, sie kamen auch dem Schwermetall Nickel auf die Spur. Bei "Siemens surpresso S50" und der "Krups Espresseria Automatic XP 7240" wurden deutliche Verunreinigungen festgestellt. "Die gefundenen Nickelwerte sind zwar bei gesunden Menschen harmlos. Für Nickelallergiker können sie allerdings zum Problem werden, da diese das Schwermetall schon über viele Lebensmittel aufnehmen und sie jede zusätzliche unnötige Belastung vermeiden sollten", informiert "Konsument"-Haushaltsgeräteexpertin Karin Baumgarten-Doblander. Beide Maschinen wurden deshalb abgewertet.

Mit einem gewissen Risiko ist auch die Kaffeezubereitung mit der "Krups Nescafé Dolce Gusto" verbunden. Das Gerät wurde als einziges im Test mit "weniger zufriedenstellend" beurteilt, da es bei Fehlbedienung leicht zu einer Verbrühung kommen kann.

Teurer Trugschluss

Grundsätzlich sind Kapselgeräte günstig in der Anschaffung und teuer beim Espresso. Bei Vollautomaten ist es eher umgekehrt. Während Kapselmaschinen bereits ab etwa 120 Euro erhältlich sind, müssen Espressotrinker für einen Vollautomaten ein Vielfaches davon auslegen. Doch auch hier sind die Preisunterschiede gewaltig: Die "gute" "AEG Electrolux" kostet 550 Euro. Ebenso gut, aber doppelt so teuer, ist dagegen die "Jura Impressa J5" mit 1200 Euro. Kapselmaschinen, die einen "sehr guten" Kaffee liefern, gibt es bereits um 250 Euro.

Dass der Kaffeegenuss aus der Kapsel aber nicht automatisch der günstigere ist, zeigt der 5-Jahres-Vergleich: Beide Systeme nähern sich in puncto Anschaffungs- und Kaffeekosten in diesem Zeitraum an. Negativer Spitzenreiter: Das Kapselgerät "Lavazza Blue LB 1000". Wer durchschnittlich drei Tassen Kaffee pro Tag trinkt, zahlt in fünf Jahren samt Gerätepreis in Höhe von 300 Euro knapp über 2.500 Euro. Das ist deutlich mehr als bei allen getesteten Vollautomaten. Relativ günstig und gut ist mit 1.600 Euro der Kaffee von "AEG Electrolux".

Nicht miteingerechnet sind in diesem Preisvergleich die Kosten für mögliche Reparaturen. Diese kommen vor allem bei Vollautomaten relativ häufig vor, wie Reaktionen von "Konsument"-Lesern zeigen. Die meisten Beschwerden gibt es über defekte "Jura"- und "Saeco"-Maschinen. Die Leser beklagen hier nicht nur hohe Reparaturkosten von mehreren Hundert Euro, sondern auch unfreundliches Service.

"Konsument"-Tipps

Für einen rundum gelungenen Kaffeegenuss sollten Liebhaber des Heißgetränkes folgende Punkte beachten:

Vorwärmen. Espresso schmeckt am besten in vorgewärmten Tassen. Viele Maschinen haben dafür eine eigene beheizte Ablage.

Spülen. Täglich frisches Wasser einfüllen und bei Kapselgeräten einmal durchspülen. Auch Abtropfsieb, Milchschäumer und Tresterbehälter am besten täglich reinigen.

Entkalken. Neben der Reinigung ist auch regelmäßiges Entkalken für Funktion und Lebensdauer notwendig. Beim Kauf darauf achten, wie teuer Reiniger und Entkalker sind.

Ausschalten. Kapselgeräte schalten sich meist nicht von selber ab. Wer länger keinen Kaffee bezieht, sollte das Gerät ausschalten.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/
Testmagazin "Konsument"
Mag. Sabine Burghart
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
Email: sburghart@vki.at
www.konsument.at

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